Addio Candido

cache/images/article_1169_cannavo_140.jpg Candido Cannavò ist tot. Der langjährige Direktor der Gazzetta dello Sport starb am 22. Februar 78-jährig an den Folgen einer Gehirnblutung. Bis zuletzt arbeitete er für sein rosa Blatt als Kolumnist. Er hinterläst ein großes journalistisches Werk für die Tageszeitung La Sicilia und die Gazzetta, bereichert um seine in den letzten Jahren veröffentlichten preisgekrönten Bücher über soziale Themen im außersportlichen Bereich.
Martin Schreiner | 24.02.2009
Ein Blick auf die von den italienischen Medien veröffentlichten Todesmeldungen und Kondolenzen zeigt den großen Verlust, den das Ableben des beliebten Journalisten für den italienischen Sport und seine Berichterstattung bedeutet. Für Carlo Verdelli, Chefredakteur der Gazzetta, war Cannavò »Vater und Kapitän der Gazzetta, der Leidenschaft für den Sport und den Journalismus unter Beachtung der Regeln gelebt und uns beigebracht hat. Ein Bub von 78 Jahren bis zum letzten Tag glücklich seinen Beruf mit der Frische eines Berufsanfängers auszuüben.«

Die Spitzenvertreter des italienischen Staates und bekannte Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben drückten der Familie Cannavò ihr Mitgefühl aus. Eine Vielzahl von Kollegen, Sportlern, und nicht zuletzt Lesern verabschiedete sich gestern direkt von dem am Redaktionssitz der meistgelesenen Tageszeitung Italiens aufgebahrten Cannavò.

Sämtliche Sportveranstaltungen in Italien am Todestag von Cannavò begannen mit einer Schweigeminute in seinem Gedenken. Dies steht sinnbildlich für seine Begeisterung für alle Sportarten insbesondere Radfahren, Motorsport und Fußball. Symbol dieser universellen Sportverrücktheit waren für ihn die Olympischen Spiele. Noch voriges Jahr reiste Cannavò deshalb beruflich nach Peking, von wo aus er trotzdem Zeit fand seinem jungen und unbekannten Kollegen vom ballesterer völlig unvoreingenommen mit Ratschlägen und Telefonnummern wichtiger italienischer Sportlergrößen zu helfen.

Im persönlichen Kontakt faszinierte seine unvoreingenommene sizilianische Herzlichkeit und seine Neugier und Begeisterung für den Sport, die er sich trotz seiner 60-jährigen Berufserfahrung auf höchstem Niveau erhalten hatte. Um sich und seinen Lesern diese Faszination erhalten zu können, setzte er sich besonders für die Einhaltung von Regeln und den Kampf gegen das Doping ein.

Martin Schreiners Interview mit Candido Cannavò aus der ballesterer-EM-Ausgabe (Mai 2008)

Referenzen:

Rubrik: Aktuell
ballesterer # 121

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