Afrika sucht einen neuen Meister

cache/images/article_1765_can-2012_l_140.jpg CAN 2012 Am Samstag erfolgt in Bata der Ankick zum 28. Coupe d'Afrique des Nations (CAN). Das Eröffnungsspiel am Samstag in der tropischen Hafenstadt im westlichen Zentralafrika bestreiten Co-Gastgeber Äquatorialguinea und Libyen. Finalisiert wird am 12. Februar in Libreville, der Hauptstadt des Nachbarlands Gabun. Für den ballesterer berichtet Kurt Wachter von der Afrika-Meisterschaft.
Kurt Wachter | 20.01.2012
Wer vom Ministaat Äquatorialguinea noch nie was mitbekommen hat, gehört wohl keiner Minderheit an. So wie Österreich bis zur EM 2008 war das Land noch nie bei einer Kontinentalendrunde dabei. Das »Kuwait Afrikas« schwimmt aber im Ölgeld, und konnte damit die Funktionäre der CAF überzeugen. Spannend wird neben den sportlichen Aspekten auch der Umgang mit den akkreditierten Journalisten, rangiert das Land bei der Pressefreiheit doch hinter Kuba abgeschlagen auf Rang 167, aber immerhin noch vor Nordkorea.

Die WM in Südafrika ist leider ohne mein Beisein über die Bühne gegangen. Anlass genug
alle Gegenargumente Geld, Malariaprophylaxe, Sprachprobleme zu verwerfen und ein Flugticket nach Gabun zu buchen. Am Freitag habe ich mich auf den Weg zur größten Fußballparty des Kontinents gemacht. Zwar noch ohne bestätigte Medienakkreditierung, aber nach zähem Ringen kam kurz vor dem Abflug zumindest ein Lettre d Invitation. Damit hoffe ich am Flughafen ein Visum zu erhalten.

Wie und ob ich am Samstag von Libreville nach Bata komme, steht in den Sternen die beiden Städte liegen zwar nur 250 Kilometer voneinander entfernt, auf der Straße muss man aber den dreifachen Weg in Kauf nehmen, um von A nach B zu kommen. Seit meinem Afrika-Cup-Debüt in Burkina Faso 1998 habe ich aber vor allem eines gelernt: Am Ende geht es sich immer irgendwie aus.

Nicht ausgegangen ist sich der vorige Afrika-Cup 2010 in Angola. Zwei Tage vor Beginn des Turniers wurde der Mannschaftsbus von Togo von Separatisten aus der Enklave Cabinda beschossen. Drei Mitglieder der togolesischen Delegation starben bei dem Terroranschlag.
Der CAN 2012 soll wieder zu einem panafrikanischen Fußballfest werden, der Millionen Fans auf dem Kontinent für drei Wochen fesselt.

Trotz Widerstände ihrer großteils europäischen Klubs kommen die afrikanischen Profis gerne, um Freunde zu treffen und guten Fußball zu spielen. Beleg dafür ist die Anwesenheit beinahe aller afrikanischen Stars der Premier League inklusive Afrikas Spieler des Jahres, Yaya Toure von Manchester City. Die österreichische Bundesliga stellt mit dem 23-jährigen Admira-Stürmer Issiaka Ouedraogo einen Spieler.

Gabun und Äquatorialguinea 2012 ist sportlich ein so offenes Turnier wie schon lange nicht. Die großen Zampanos wie Ägypten, Kamerun und Nigeria oder die WM-Starter Südafrika und  Algerien mussten daheim bleiben. Acht Gewinner der letzten neun Endrunden sind damit nicht dabei, was Spannung garantieren sollte.   

Kurt Wachter ist langjähriger Mitarbeiter und Mitgründer der Antidiskriminierungsinitiative »FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel.« Während eines Studienjahrs in Ghana sah er im TV die Black Stars von Ghana im Finale des CAN 1992 gegen Côte d'Ivoire scheitern. Seit damals faszinieren ihn der afrikanische Fußball und das Drumherum. Nach seinem ersten Afrika-Cup in Burkina Faso 1998 folgten Ghana/Nigeria (2000), Tunesien (2004) und Ghana (2008). Gabun und Äquatorialguinea ist somit sein fünftes Turnier.

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Rubrik: Aktuell
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