Angriff auf den »Nichtangriffspakt«

cache/images/article_1459_mexiko_140.jpg WM-BLOG Eine Neuauflage der »Schande von Gijón« soll es bei der WM 2010 in Südafrika nicht geben. Mexikaner und Uruguayer beteuern eindringlich, dass ein »Nichtangriffspakt« wie 1982 in Spanien zwischen Deutschland und Österreich für sie ausgeschlossen ist.
Alexander Nebel | 22.06.2010
»Wir spielen auf Sieg, denn wir wollen unbedingt Gruppenerster werden«, sagt Mexikos Stürmer-Routinier Cuauhtémoc Blanco. Beiden Teams reicht in der Partie in Rustenburg ein Remis zum sicheren Einzug ins Achtelfinale. Gastgeber Südafrika und Vizeweltmeister Frankreich hätten das Nachsehen.

 

Diese Konstellation weckt Erinnerungen an das denkwürdige Skandalspiel der WM 1982 in Spanien. Nach der 1:0-Führung Deutschlands in der 10. Minute passierte nichts mehr, die Mannschaften taten einander nicht weh, denn das Ergebnis reichte beiden zum Weiterkommen. Durch die stille Übereinkunft wurde das Spiel zum Skandal, den die Zuschauer im El Molinón mit wedelnden Banknoten quittierten. Die unmittelbare Konsequenz war, dass seit der EM 1984 die letzten Gruppenpartien bei internationalen Turnieren immer gleichzeitig stattfinden. Jedoch sind auch in diesem Modus immer noch ähnliche Konstellationen wie in Gijón denkbar wie die Gruppe A der WM in Südafrika zeigt.

Vor allem die Mexikaner haben gute Gründe, einen möglichen »Nichtangriffspakt« mit den »Urus« strikt abzulehnen. Die »Tri« wäre bei einer Punkteteilung nur Zweiter der Gruppe A und spielt im Achtelfinale gegen den Sieger der Gruppe B vermutlich Argentinien. Genau das wollen die Mexikaner verhindern, denn auch bei der WM 2006 in Deutschland ist man im Achtelfinale an den  »Gauchos« gescheitert.

 

Trainer Javier Aguirre sagt deshalb unmissverständlich: »Wir wollen gewinnen.« Und Blanco durch sein Elfmetertor gegen Frankreich mit 37 Jahren und 151 Tagen der drittältester WM-Torschütze ergänzt: »Uns ist egal, ob Uruguay, Frankreich oder Südafrika rausfliegt.« Voller Selbstvertrauen träumt er sogar vom Titel: »Wir haben eine starke Mannschaft, und warum sollen wir da nicht vom Gewinn der Weltmeisterschaft sprechen?« Aber nur wenn Argentiniens »Selección« dem Vorhaben nicht in die Quere kommt.

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