Ballnetz: Derbys und Diktatoren

cache/images/article_1803_fm_web_ballnetz_140.jpg #3 Die Benimmregel der Woche kommt von Uli Hoeneß: Im Mädchenpensionat verabschiedet man sich anständig per Handschlag, auch wenn man gerade schlechte Laune hat. Wie es in der Bayernwelt mit den Regeln für den Nacktjubel in Mädchenpensionaten aussieht, erfahren wir vielleicht in zwei Wochen. Wissenswertes aus der Fußballwelt findet ihr in unserer dritten ballnetz-Folge.
Filmender Franzose
Für den französischen Sender Canal+ hat sich Eric Cantona als Dokumentarfilmer versucht und Reportagen über die wichtigsten Derbys der europäischen Fußballwelt gedreht. Nach Besuchen in Manchester und Mailand war zuletzt das Stadtderby von Istanbul an der Reihe. Ob die Serie womöglich in Wien fortgesetzt wird, ist uns leider (noch) nicht bekannt.



Euphorische Ex

Wo wir eh schon bei Benimmregeln waren: Tore gegen den Ex-Klub bejubeln do oder dont? David Preece, Tormann bei Barnsley FC hat in seinem Blogbeitrag bei Sabotage Times dazu eine klare Meinung: Dass Spieler sich fast schämen, wenn sie gegen ihre ehemaligen Klubs treffen, ist eine echte Unsitte, die erst kürzlich Einzug in den Profifußball gehalten hat: »Wann ist das passiert? Seit wann gilt es als eine Sünde, gegen ein ehemaliges Team einen Treffer zu machen? Ein Tor nicht zu feiern, das entwertet die ultimative Freude am Fußball. Denn darum geht es doch schließlich bei dem Spiel.«



Tückische Torlinie
Das würde wohl auch Sulley Muntari vom AC Milan bestätigen: Es geht um Tore und meins war drin. Und zwar richtig. Blöd nur, dass die Schiedsrichter des angesichts des Tabellenstands der Serie A nicht ganz unwichtigen Spiels gegen Juventus das anders sahen. Statt 2:0 für Milan hieß es am Ende 1:1 und eine neue Runde im ewig jungen Streit um die Einführung von Torkamera, Chip im Ball oder sonstiger Hilfsmittel steht an.



Unverständliche Urteile

Die Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bundes wird zunehmend undurchsichtiger und willkürlicher, kritisiert publikative.org: Während die Beschallung gegnerischen Fans durch einen Vereinsangestellten der TSG Hoffenheim folgenlos blieb, wird der FC St. Pauli für den Wurf einer Papierrolle, die (unbeabsichtigt) einen gegnerischen Spieler getroffen hat, mit einer Teilaussperrung seiner Fans bestraft. Zu kompliziert? Eine grafische Aufbereitung gibt's hier.



Argentinische Absprache
Ein 6:0-Sieg über Peru hat die argentinische Nationalmannschaft bei der WM 1978 im eigenen Land in die Finalrunde und somit auch zum WM-Titel gebracht. Das nicht alltägliche Ergebnis sorgte schon früher für Spekulationen, die jetzt neue Nahrung erhalten, wie verschiedene  Medien  berichten: Im Zuge der Aufarbeitung der argentinischen Militärdiktatur sagte der frühere peruanische Senator Genaro Ledesma nun vor Gericht über eine Absprache zwischen dem argentinischen Machthaber Jorge Videla und seinem peruanischen Diktatorkollegen Francisco Morales Bermudez aus. Der Sieg in dieser Höhe sei die Gegenleistung für die Überstellung peruanischer Oppositioneller, darunter auch Ledesma selbst, an Argentinien gewesen. Endgültige Aufklärung über die tatsächlichen Ereignisse allerdings könnten wohl nur die greisen Militärs selbst liefern.



Ahnungslose Austria

derstandard.at hat die Vorfälle rund um das Match zwischen Austria Wien und Metalist Charkiw noch einmal aufgenommen, über die auch wir bereits berichtet haben. Die Vorwürfe an den Verein lauten weiterhin: Augen verschließen und Stadiontore öffnen ist keine Lösung. Wir bleiben noch einen Moment beim Thema. Auch die Sendung »Sport und Talk aus dem Hangar 7« beschäftigte sich in der vergangenen Woche mit Rassismus im Fußball. Eingeladen war dort neben dem ewigen Stefan Maierhofer u. a. Bella Bello Bitugu, Mitarbeiter von FairPlay und Schiedsrichter. Die Sendung zum Nachschauen gibt es in der Mediathek



Herziges Hannover

Es läuft gut für die österreichischen »Legionäre« in Deutschland: Mit seinem Treffer zur 3:1-Demütigung im Nordderby beim HSV hat sich Marko Arnautovic einen Platz im grün-weißen Herz der Bremer Fans gesichert. In der vergangenen Woche hat Emanuel Pogatetz seinen Vertrag bei Hannover 96 verlängert und dabei eine echte Liebeserklärung abgegeben: »Hannover ist eine liebe Stadt, in der es sich gut leben lässt.«  Balsam auf die Seelen der Hannoveraner, die dank des (nun Ex-) Bundespräsidenten in den vergangenen Monaten mehr durch die niedersächsische Variante der Freunderlwirtschaft auf sich aufmerksam machten.



Musikalisches Mexiko

Ebenfalls im Geist der deutsch-österreichischen Freundschaft ist unser ballnetz-Video der Woche gehalten: Peter Alexander besingt mit der westdeutschen Nationalmannschaft die rote Sonne von Mexiko. (via Trainer Baade)


ballesterer # 121

Der nächste Ballesterer

Der nächste ballesterer fm erscheint am 18.05.2017.

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