Ballnetz: die ballesterer-Kurzmeldungen

cache/images/article_1770_fm_web_ballnetz_140.jpg #01 Um die Wartezeit bis zur nächsten Ausgabe zu verkürzen, starten wir mit unserer Rubrik »Ballnetz«: In (noch) unregelmäßigen Abständen präsentieren wir Aktuelles aus der weiten Fußballwelt. Im ersten Ballnetz verfangen haben sich unter anderem amerikanisches Bier und ein altes T-Shirt.
Laptop und Lederhosen
Mit diesem Slogan präsentiert sich der Freistaat Bayern gern selbst: traditionell und modern zugleich. Das gilt natürlich auch für den großen FCB aus München, mit dem Laptop allerdings klappts da noch nicht so richtig gut. Der PR-Gag, den sich die Social-Media-Abteilung (oder ein Praktikant oder ein Präsident) ausgedacht hat, ist zumindest eher nach hinten losgegangen. Eine »spektakuläre Neuverpflichtung« wurde auf der Website des Vereins am vergangenen Donnerstag angekündigt, der in einer exklusiv auf Facebook übertragenen Pressekonferenz vorgestellt werden sollte dazu bitte einfach »Gefällt mir« klicken. Statt des avisierten Offensivknallers oder der dringend benötigten Verstärkung für die Abwehr gab's jedoch nur ein müdes »Hey Fans, nur ein Witz. Die Neuverpflichtung seid ihr«. Von den eigenen Anhängern kamen böse Kommentare, von den gegnerischen das Allerschlimmste: Mitleid. Noch mal zurück in den Social-Media-Workshop mit Breno.



Pyro bleibt

Ein klares Zeichen setzt der FC St. Pauli: Feuerwerk gehört ins Stadion! Vergangene Woche gab der Verein bekannt, dass Feuerwerkproduzent Panda ab sofort prominenter Sponsor in der Kategorie »Das Herz von St. Pauli«. Damit setzt der Verein eine bewährte pyrotechnische Kooperation fort. Schon Feuerwerkhersteller und Sponsor Weco hatte mit seiner Werbebande vor dem Gästeblock im Millerntorstadion für die angemessene Umrahmung von Pyroaktionen gesorgt. Die Fans von Feyenoord Rotterdam demonstrierten beim Abschlusstraining ihres Teams vor dem Spiel gegen Ajax Amsterdam die glückbringende Wirkung einer gelungenen Pyroshow:



Feyenoord siegte mit 4:2.



Steht auf, wenn ihr Villa seid
Revolution in der Premier League: Aston Villa hat die Einrichtung eines Stehplatzbereiches in seinem Stadion in Aussicht gestellt. Allerdings bedürfen die Pläne der Zustimmung von Liga und Regierung und würden nicht vor der Saison 2013/14 realisiert werden können. Die »Terraces« des englischen Fußballs waren nach der Stadionkatastrophe von Hillsborough und dem anschließenden Taylor-Report aus den Stadien verbannt worden. Nördlich der Grenze, in der schottischen Premier League, sind die Überlegungen zur Wiedereinführung von Stehplätzen  schon weiter gediehen, ob das den Prozess in England beschleunigen wird, ist aber wohl zu bezweifeln.



Besonnenheit in Basel
Derbyabbruch, »Petarden-Trottel« und Drehen an der Repressionsschraube im Schweizer Fußball hat es definitiv schon ruhigere Zeiten gegeben. Der FC Basel hat nun die Initiative ergriffen und ein Fan-Symposium zu Gewalt und Sicherheit im Fußball veranstaltet. Anders als in der öffentlichen Debatte dominierten bei der Veranstaltung im St.-Jakob-Park nicht populistische Hardliner, sondern besonnene Expertinnen und Experten. Gegen die Verlockung einfacher Lösung plädierte FC-Präsident Bernhard Heusler ebenso wie gegen Hysterie: »Glauben Sie nicht jenen, die nie in ein Stadion gehen, dass ein Fußballspiel ein Hochrisiko-Anlass sei.«



Bier in Brasilien
Bis zur WM in Brasilien sind es noch gute zwei Jahre, aber für einen Streit mit der FIFA ist es nie zu früh. In diesem Fall gehts um das in Brasilien geltende Alkoholverbot in den Stadien, das der Weltverband zum Turnier gerne gelockert sehen will. Bier und Fußball, das gehöre schließlich zusammen, ein Verkauf in den Stadien, so Generalsekretär Jerome Valcke sei nicht verhandelbar. Was zunächst fanfreundlich klingen mag, ist natürlich vor allem fifafreundlich, denn es geht nicht um Alkohol an sich ein Caipirinha-Verkaufsstand hätte wohl innerhalb weniger Sekunden die FIFA-Anwälte am Hals und auch nicht einmal um Bier an sich, sondern vor allem um das Produkt des US-amerikanischen Sponsors.



CopACABana
Wir bleiben noch kurz brasilianisch. Die T-Shirt-Aufschrift »Copacabana« mit verfänglicher Großschreibung hat einem Fußballfan vor dem Amtsgericht Regensburg eine Geldstrafe wegen Polizistenbeleidigung beschert, obwohl der junge Mann auf Unkenntnis der weiterreichenden Bedeutung plädierte. Wenige Tage zuvor hatte das Landgericht Karlsruhe in einem anderen ACAB-Fall auf Freispruch erkannt.



Revolutionsfeiern ohne Fußball
In Ägypten wurde die 16. Runde der Premier League aus Sicherheitsgründen wegen der Feierlichkeiten rund um den Jahrestag der Revolution am 25. Januar verschoben. Das Derby zwischen den Hauptstadtklubs Al Ahly und Al Zamalek ist nun noch einmal verlegt worden die Ultras der beiden Vereine waren an den Protesten und Kämpfen des vergangenen Jahres maßgeblich beteiligt. Der Blog »The Turbulent World of Middle East Soccer« liefert einige Hintergründe dazu. Im Westen des afrikanischen Kontinents, in Gabun und Äquatorialguinea, findet derzeit der African Cup of Nations statt ohne Ägypten. Für den ballesterer ist Kurt Wachter live vor Ort und berichtet auf unserer Website.



Am Ende:
Lothar Matthäus (fast) nie mehr allein

ballesterer # 120

Der nächste Ballesterer

Der nächste ballesterer fm erscheint am 13.04.2017.

Abo bestellen

Leserbrief

an den ballesterer_web_small.png