Catenaccio für den guten Zweck

cache/images/article_1867_ubc_sieger2012_140.jpg Das ballesterer-Team zeigt sich rechtzeitig vor Beginn der Fußball-EM gut in Schuss. Zum zweiten Mal gewann die Formation von Österreichs bestem Fußballmagazin am Sonntag den Ute Bock Cup auf dem Sportclub-Platz Rekord! Die Nachred', die Preußen des Kleinfelds zu sein, ist im Lichte des Erfolgs verkraftbar.
Mario Sonnberger | 05.06.2012

Der anrüchige Ruf der ballesterer mag von der Kampfkraft herrühren, mit der großen Namen der Wiener Kleinfeldszene Schwarz-Weiß Augustin und Lok Danger werden es bestätigen regelmäßig Paroli geboten wird. Auch am Sonntag ließ man sich vom Glanz der Gegner nicht blenden und blieb in allen sieben Spielen ungeschlagen. Ein Torverhältnis von 4:2 (stolze 0,57 Treffer pro Partie) zeugt von beispielloser Geschlossenheit, angesichts derer Paolo Maldini, Roberto Di Matteo und Jose Mourinho anerkennend den Hut lüften müssten.

Doch muss man sich den Vorwurf, angesichts der Defensivleistung aufs Scheiberlspiel vergessen zu haben, nicht gefallen lassen. Denn wenn »preußisch« bedeutet, den Gegner zu narren wie Dribblanski Vinzenz Jager es am Sonntag getan hat wer möchte das nicht? Der ostdeutsche Spielmacher zeigte eine grandiose Leistung und sorgte nach einem 0:0 zum Auftakt im zweiten Gruppenspiel gegen den Augustin für den ersten Treffer des Tages. Sein zweites Tor hob sich Jager für das Viertelfinale auf sehr zum Ärger von Clemens Zavarsky, dem ob der Ballverliebtheit seines Kollegen zuweilen die Zornadern anschwollen. Der Abwehrchef selbst trug mit einem gefühlvollen Steilpass, den Sturmspitze Luisa Lakitsch nur mehr mit der Hüfte ins Kreuzeck verlängern musste, maßgeblich zu Platz zwei in der Gruppe bei, der zum Aufstieg berechtigte.

Kraken, Routiniers, Spitzkicker
Am Sportclub-Platz, dessen kleine Felder und noch kleinere Tore Defensive zum Trumpf-Ass machten, bedeutete das Playoff in der Regel einen zehnminütigen Countdown zum Elfmeterschießen, wo sich der ballesterer mit Answer »Die Krake« Lang auf einen sicheren Rückhalt verlassen konnte (0,29 Gegentore pro Spiel). Auch hier eröffnete der »Spitz aus Sachsen« den Torreigen. Jagers strammer Schuss unter die Latte sorgte für eine Moralinjektion, die bis zum Finale ihre Wirkung zeigen sollte. Und wäre der unglückliche Forward Mario Sonnberger nicht in aussichtsreicher Position ausgerutscht man hätte vielleicht einmal auf die Penaltys verzichten können. Doch dank sicheren Schützen wie Emanuel Van den Nest oder Routinier Klaus Federmair behielt man stets die Oberhand.

Das Finale schließlich sollte das bemerkenswerteste Spiel des Turniers werden. Mit Ute Bock United hatte man in einem 20-minütigen Krimi auf dem Centre Court zwischen Friedhofs- und Haupttribüne das technisch beste und schnellste Team des Turniers zum Gegner. Nicht zum ersten Mal fanden sich die nervenstarken ballesterer in ihrer Rolle als Underdogs jedoch gut zurecht. Vor den Augen der vielbejubelten Patronin des Turniers, der beeindruckenden Ute Bock, entschied ein Kopfball von Fotograf Günther Lichtenberger das Turnier zugunsten der schreibenden Zunft. Handshakes und eine gemeinsame Welle mit dem Gegner beendeten den spielerischen Teil des  Bewerbs. Wenig später konnte ballesterer-Kapitän Reinhard Krennhuber nach 2009 zum zweiten Mal die Siegestrophäe in den Hernalser Abendhimmel heben.

Erfolgreiches Engagement
Abseits des grünen Rasens war das Turnier einmal mehr eine stimmungsvolle Veranstaltung unter besten Bedingungen; zahlreich erschienenes Publikum und strahlender Sonnenschein taten ihr Übriges. Für Martin Rossbacher, Obmann der veranstaltenden FreundInnen der Friedhofstribüne, »ein Mordsmassl«. Der finanzielle Zweck dürfte erreicht worden sein, die Summe sich nahe den 17.000 Euro vom Vorjahr bewegen. Auch Jetti Renner vom Organisationsteam zieht vorsichtig eine erste Zwischenbilanz: »Wir haben heuer mehr eingenommen als im Vorjahr, die endgültigen Zahlen stehen aber noch nicht fest.«  

Das vielfältige Angebot von Kulinarik bis zum musikalischen Rahmenprogramm wurde jedenfalls gut angenommen. Die vonseiten des Siegerteams geäußerte Vermutung, von mehr Fans angefeuert worden zu sein als im Vorjahr, will Renner aber nicht bestätigen. »Es dürften etwas weniger gewesen sein aber vielleicht waren die Schlangen vor den Ständen nur kürzer, weil die Zapfhähne besser funktioniert haben.« Aber auch, wenn das Turnier keine neuen Rekorde einfährt: Der guten Sache hat es allemal gedient, wie nicht zuletzt die Standing Ovations für Ute Bock bewiesen, als Österreichs prominenteste Flüchtlingshelferin im Finale den Ehrenanstoß vornahm.

Das siegreiche ballesterer-Team bildeten Jennifer de Antoni, Klaus Federmair, Vinzenz Jager, Reinhard Krennhuber, Luisa Lakitsch, Answer Lang, Günther Lichtenberger, Alexander Nebel, Jürgen Pucher, Mario Sonnberger, Georg Spitaler und Clemens Zavarsky. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Einladung zum Ute Bock Cup 2012 und wünschen dem Verein Ute Bock weiterhin alles Gute und möglichst große Unterstützung. Getreu dem Motto: Menschenwürde braucht keine Papiere!


Spendenkonto Verein Ute Bock:
Hypo Bank Tirol
Bankleitzahl 57000
Konto Nr. 520 110 174 99
IBAN: AT625700052011017499
BIC/SWIFT-Code: HYPTAT22

 

Fotos vom Ute Bock Cup 2012 gibt's im Fotoblog von Günther Lichtenberger

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