Cup-Überraschungseier

cache/images/article_1055_blauweiss_140.jpg Der neue Cupmodus ist für viele Landes- und Regionalligisten eine sportliche und finanzielle Chance. Das Zuschauerinteresse hängt jedoch nicht nur von der Erstklassigkeit des Gegners ab.

Julia Zeeh | 13.08.2008
Vorige Saison waren die Bundesligisten wegen der Vorbereitungen auf die EURO noch verschont worden, heuer müssen sie bereits ab der ersten Hauptrunde des ÖFB-Cups gegen kleinere Vereine antreten (siehe auch aktuelle ballesterer fm-Ausgabe). Vor allem für diese ist der Cup eine wirtschaftlich und sportlich interessante Herausforderung. Denn gegen Große werden unüblich große Zuschauermassen erwartet.


Entscheidend ist aber im Hinblick auf ökonomische Vorteile nicht nur die Erstklassigkeit der Gegner, sondern auch die Größe ihrer Fangemeinde. So erwartet der FC Blau Weiß Linz gegen den SV Mattersburg keinen bedeutend höheren Zuschauerandrang als bei Meisterschaftsspielen: Der Auswärtsmob der Burgenländer wird als eher einflusslos auf die Zuschaueranzahl angesehen. Weitaus optimistischer gibt sich der SV Bad Aussee zumindest wirtschaftlich sollte das Cupspiel gegen die Wiener Austria ein Gewinn sein. Aber auch Spiele gegen Vereine aus der Ersten Liga können sich rechnen. So setzt der SC Sollenau anlässlich des Derbys gegen Magna Wr. Neustadt und des 88-jährigen Bestehen des Vereins auf die bewährte Strategie panem et circenses: ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Bierzeltveranstaltung. Gegen den Lokalrivalen werden bis zu 2.000 Zuschauer erwartet.


Ebenso unterschiedlich wie die Besucherzahlen ist auch die spielerische Vorbereitung auf das Cupspiel in der ersten Hauptrunde: Während sich die einen intensiv über gegnerische Spieler und Taktik informieren, treffen andere keine unterschiedlichen Vorbereitungen wie bei Meisterschaftsspielen. So steht etwa für Bad Aussee und BW Linz die Meisterschaft an erster Stelle, die sportlichen Erwartungshaltungen hinsichtlich der Cupspiele sind eher niedrig angesetzt.


Sehr intensiv wiederum beobachtete der Trainer des SC Sollenau den Gegner, der praktischerweise auch nicht besonders weit entfernt seine Zelte aufgeschlagen hat. Obwohl im klar ist, dass Magna in diesem Spiel klarer Favorit ist, hofft er darauf, dass seiner »jungen, hungrigen Mannschaft mit einem Altersschnitt von 22,5 Jahren« die Sensation gelingt.


Als Vorbild könnte das 2002 ausgetragene Cupspiel BW Linz gegen LASK dienen, das der Regionalligist 3:1 gewinnen konnte. Noch heute spricht man bei den Blauweißen »vom größten Cuperfolg in der Geschichte des Vereins«. Auf das eigene Gesetz des Cups  hoffen auch der SC Hard und der FC Dornbirn, die gegen Austria Kärnten bzw. Sturm Graz antreten. Dank des neuen Modus verspricht die erste Hauptrunde des Cups also Ähnliches wie ein Schokoladeeihersteller: Spiel, Spannung und hoffentlich - Überraschungen.

ballesterer # 120

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