Die Maske ist gefallen

Der anonyme "Zeuge" aus der flämischen Wettskandaldokumentation hat seine Identität preisgegeben. Eric Thomas will "aus Liebe zum Fußball" diesen von den "fauligen Äpfeln" befreien.
Klaus Federmair | 13.02.2006


Für die brisante VRT-Dokumentation hatten die Redakteure Gesicht und Stimme des 44-Jährigen unkenntlich gemacht. Seine Behauptungen über den angeblich weit verbreiteten Wettbetrug im belgischen Spitzenfußball schlug solche Wellen, dass der Insider offenbar die Flucht nach vorne antrat.

Lediglich drei Spiele bestritt Eric Thomas für den Drittdivisionär Marchienne. Das war in den siebziger Jahren. Auch nach seiner aktiven Zeit war der Personalberater nie bei einem Profiklub engagiert. Allerdings verschaffte Thomas verschiedenen ehemaligen Profifußballern nach deren Karriere einen Job und geht seit Jahren in diversen VIP-Klubs der Jupiler League ein und aus.

Es ist durchaus möglich, dass der Fußballliebhaber, wie er sich bezeichnet, über illegale Praktiken bescheid weiß und er diesen mit Enthüllungen ein Ende setzen will. Die verschiedenen unbewiesenen Aussagen dürften allerdings für VRT und möglicherweise auch für Eric Thomas ein Nachspiel haben, denn der am stärksten beschuldigte Klub La Louvière, sowie dessen ehemaliger Trainer und jetziger Molenbeek-Coach Albert Cartier haben bereits Klagen wegen Rufschädigung angekündigt. Als Anwalt für Cartier ist lustigerweise der Sohn des VRT-Chefs im Gespräch.

Die Verunsicherung hinterlässt mittlerweile auch im Ligaalltag seine Spuren. La Louvières Torhüter Cordier sah sich nach einem schweren Fehler vor dem entscheidenden Gegentreffer beim 0:1 gegen Cercle Brugge vergangenes Wochenende bemüßigt, beim TV-Interview zu versichern, dass er das Tor nicht absichtlich verschuldet hat.

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Rubrik: Flachlandkick
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