Ein Schritt zur Einheit

cache/images/article_1874_fm_emblog2_140.jpg Di Natale schießt Italien zum 1:1 gegen den regierenden Welt- und Europameister Spanien. Die Mannschaft tritt dabei als starke Einheit auf. Jeder kämpft für jeden. Einheit, die dem Land in der Wirtschaftskrise guttun würde.
Martin Schreiner | 11.06.2012

Wir sitzen direkt hinter der Piazza Unita dItalia in Triest. Das dortige »Cafè degli Specchi« (Café der Spiegel) ist berühmt. Würde sich Italien derzeit in den Spiegel schauen, es sähe nur ein Zerrbild seiner selbst. Wirtschaftskrise und Wettskandal beuteln es gerade durch. Seine Einzelteile drohen auseinanderzufallen.


Auch in unserem Freiluftfernseher sehen wir ein Zerrbild. Der Flatscreen spiegelt gewaltig. Die beiden Nationalmannschaften spielen auf der Fassade des Rathauses von Triest. Unter den Sonnenschirm fliegen die Tauben tief wie die Kampfflugzeuge. Sie attackieren unsere Kartoffelchips wie Andres Iniesta den italienischen Strafraum. Doch Italien wehrt sich. Mit einem herrlich altmodischen 3:5:2 spielt es modernen Konterfußball und Pressing. Daniele De Rossi und Andrea Pirlo dirigieren. Antonio Cassano opfert sich im Angriff auf. Der Bub aus Bari glüht für sein Land. Nur Mario Balotelli findet nie richtig in die Partie. Nachdem er eine Großchance verstolpert, wechselt ihn Teamchef Cesare Prandelli für Udinese-Stürmer Antonio Di Natale aus. Nach Pass von Pirlo macht der Süditaliener aus seiner ersten Chance das 1:0. Jetzt zeigen sogar die Triestiner im Gastgarten Emotionen.


Statt der Tauben greifen nun die Spanier an. Schatten erleichtern den Blick auf den Bildschirm und wir sehen das 1:1 durch Cesc Fabregas. Doch Italien zerbricht nicht. Es hat durch Claudio Marchisio sogar noch eine Großchance auf den Siegestreffer. Als Einheit verändert in Stil und Einstellung erlebt es das finale Unentschieden als gemeinsamen Erfolg. Italiens Nationalteam spendet Hoffnung aus Danzig.

ballesterer # 121

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