Emerys Machismo-Tackle

cache/images/article_1172_emery_140.jpg Spanische Trainer haben im Ausland mit ihrer Geisteshaltung schon für so manche Negativschlagzeile gesorgt. Wie Luis Aragonés, der Thierry Henry einst einen »Scheißneger« nannte. Unai Emery, Coach von Valencia und einer der großen Trainerhoffnungen Spaniens, hat nun dagegen mit sehr durchdachten Aussagen betreffend Homosexualität im Fußball aufhorchen lassen.
Mahdi Rahimi | 02.03.2009
So sprach Emery davon, dass es für ihn überhaupt kein Problem wäre, einen homosexuellen Spieler im Team zu haben. Mehr noch, würde ihn ein Coming-out eines Spielers im Vertrauen sogar sehr freuen und er würde bei etwaigen Konflikten auf dessen Seite stehen. Er sei sich auch bewusst, dass es unter seinen Kollegen sicher Homosexuelle gebe, so der 37-jährige Valencia-Trainer weiter. Der Weg, bis sich die Welt des Fußballs öffne und homosexuelle Spieler akzeptiere, sei allerdings noch weit.

In einer Pressekonferenz vor dem UEFA-Cup-Spiel gegen Dynamo Kiew wurde Emery noch einmal zu dem Thema befragt und er nannte den »machismo« und teils falsch verstandene Männlichkeitsvorstellungen als Hauptgrund, warum es bisher kein Coming-out gegeben habe. Jedoch sei auch diese Hürde überwindbar. »Im Fußball kann es genauso offen Homosexuelle geben und es würde keinen Unterschied machen. Das Wichtige ist, dass man (Anm: beim Coming-out) hilft.«
 
Auch wenn Spanien bezüglich Homosexualität eines der liberalsten Gesetze Europas hat, ist sie bei weitem nicht überall gesellschaftlich anerkannt. Beispielgebend war der Aufmacher der konservativen Zeitung El Mundo, die von Emerys »Theorien« sprach. Die Gleichstellung von Homosexuellen kann jedoch keine Theorie sein. Genau so wenig wie die öffentliche Diskussion und die Schmährufe um die sexuellen Vorlieben von Guti. Der Real-Madrid-Spieler wurde im vergangenen Jahr fotografiert, als er einen Mann küsste, und musste sich darauf ausreden, dass die betreffende Person seine Schwester gewesen wäre.

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Rubrik: Aktuell
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