Fanbotschafter mit erfreulicher EM-Bilanz

cache/images/article_1021_fanbotscha_140.jpg Die deutschen Fanbetreuer ziehen nach der Europameisterschaft ein positives Fazit. Neben einer umfangreichen Informationskampagne für Fußballfans ist auch die Tatsache erfreulich, dass sich gewalttätige oder rassistische Vorfälle in Grenzen hielten.

Julia Zeeh | 11.07.2008
»Bemerkenswert ist, wie viel selbstverständlicher es für die Organisatoren mittlerweile geworden ist, Fußballfans mit entsprechenden Anstrengungen als Gäste willkommen zu heißen«, resümiert Michael Gabriel, Leiter der mit der Durchführung der deutschen Fanarbeit betrauten Koordinationsstelle der deutschen Fanprojekte (KOS). Verantwortlich für den Erfolg sei einerseits die langjährige Erfahrung gewesen informiert und berät die KOS  doch bereits zum achten Mal Fußballanhänger bei einem Großereignis. Andererseits sei die starke Präsenz vor Ort entscheidend gewesen, so waren Fanbetreuer an zentralen Orten in den Innenstädten, auf den Fanmeilen, beim Stadion und auf den Fancamps stationiert. Neben dem direkten Kontakt gab es auch die Möglichkeit, sich im Internet auf www.fanguide-em2008.de zu informieren und per E-Mail Fragen zu stellen. Für dringende Anliegen wurde auch eine rund um die Uhr erreichbare Telefon-Helpline eingerichtet.


Ein weiterer Erfolgsfaktor sei die internationale Zusammenarbeit der Fanbetreuerteams gewesen, als dessen Highlight die deutsch-türkische Fanbotschaft angesehen wird, die angesichts des Halbfinalspiels errichtet wurde. Insgesamt halten die Fanarbeiter fest, dass nicht nur diese Aktion ohne Zwischenfälle verlief und auch die Fans im Stadion mit Kreativität statt Gewalt glänzen konnten. Trotz der großteils friedlichen Feiern sollen aber zwei negative Begleiterscheinen nicht unerwähnt bleiben: Beim ersten Spiel der deutschen Mannschaft bildete sich in Klagenfurt eine gewaltbereite Gruppe rund um einige rechtsorientierte Fans. Gröbere Zwischenfälle konnten aber durch das rasche Einschreiten der deutschen Polizei verhindert werden. Weiters waren im Spiel gegen Polen rassistische Parolen gegen polnische Spieler oder Fans auch von deutschen »Durchschnittsfans« im Stadion und auf den Fanmeilen zu hören.


Insgesamt wird aber festgehalten, dass die EURO nun bereits das vierte Turnier ohne nennenswerte Ausschreitungen war. Laut der deutschen Fanbetreuung sind neben des Rückgangs des »Fußball-Krawalltourismus« zweifellos auch  kommunikativere und zurückhaltendere Einsatzkonzepte der Polizei dafür verantwortlich zu machen.

Referenzen:

Rubrik: EM Tagebuch
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