Farblose Tschechen biegen Saudi Arabien

Immerhin 4.000 Zuschauer sahen Freitag Abend in Innsbruck einen 2:0-Sieg der tschechischen Nationalmannschaft gegen WM-Teilnehmer Saudi Arabien. Ungefährliche Saudis trafen auf wenig agile Tschechen, die ihren Torhunger offenbar am Vortag bei einem 9:0 über eine Tiroler Amateurauswahl gestillt hatten.
Gastautor | 09.05.2006

Das 1:0 in der 15. Minute durch Baros, der ein Missverständnis in der saudischen Abwehr zu nutzen wusste, bedeutete auch schon die Entscheidung. Die Araber machten danach weder den Eindruck, gewinnen zu können, noch zu wollen. Erst in der 91. Minute folgte das 2:0 aus einem Foulelfer, nachdem ein Tscheche geschubst worden war. Zwei Minuten später wurde ein Treffer von Nedved zu Recht wegen Abseits aberkannt. Dies war zugleich der Schlusspfiff von Schiedsrichter Einwallner.

Der einzige gefährliche Schuss des einzigen saudischen Stürmers Yasser war in der 25. Minute zu verzeichnen. Er beförderte aus etwa 20 Metern den halbvolley übernommenen Ball nur knapp neben Petr Èechs Tor. Kurz darauf bekam dieser sogar etwas zu tun: In der 29. Minute fasste er sicher den Ball, der von einem Freistoß nahe der Toroutlinie direkt aufs Tor gezirkelt wurde. Zwei Minuten danach klärte er als letzter Mann vor Khariri. Die beiden gegnerischen Schüsse in der zweiten Halbzeit gingen wieder neben das Tor beziehungsweise ins Außennetz. Der saudische Tormann Khojah zeigte vor allem in der regnerischen zweiten Halbzeit Unsicherheiten, war an den Toren jedoch schuldlos.

Die Tschechen kontrollierten das Spiel, versuchten sich im Kombinationsspiel, konnten aber auch nicht wirklich überzeugen. Sogar das Elferfoul in der Nachspielzeit passierte eher zufällig. Nach dem Spiel betonten die böhmisch-mährischen Kicker ihre Müdigkeit, man stehe noch im Training zwecks körperlichen Aufbau für die WM. Verteidiger Tomá? Ujfalu?i war einer der wenigen, die offen ihre Unzufriedenheit mit der gezeigten Leistung ausdrückten. Auch David Rohzenal gab gegenüber dem ballesterer fm "einige Fehler" zu. Es habe sich jedoch um den ersten härteren Test gehandelt. Wenngleich er einen stärkeren Gegner erwartet hatte, sei der Zu-Null-Sieg wichtig für das Selbstvertrauen.

Doch auch wenn die gebotene Leistung meilenweit von der Papierform (Nummer 2 der Weltrangliste!) entfernt war, dürften auch die übrigen Vorbereitungsgegner für das tschechische Team keine wirkliche Herausforderung werden: Für Trinidad & Tobago ist Dabeisein alles und Costa Rica unterlag einer katalanischen Auswahl zuletzt 0:2. (Von Daniel AJ)

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Rubrik: Wochentags
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