Flachlandkick: Sommerschlussverkauf

cache/images/article_1062_fellaini_7_140.jpg Kurz vor dem UEFA-Cup-Duell gegen Standard Lüttich kauft Everton dem Gegner dessen Schlüsselspieler Fellaini aus dem Herzen seines Mittelfelds heraus.
Klaus Federmair | 03.09.2008
Mit der erhofften Olympiamedaille ist es schließlich doch nichts geworden. Semifinale und Spiel um Platz drei gingen nach dem sensationellen 3:2-Viertelfinalsieg über Italien klar verloren. Das A-Team zeigte im letzten Vorbereitungsspiel auf die WM-Qualifikation beim 0:2 gegen Deutschland neuerlich eine schwache Leistung, das belgische Fernsehen hatte erstmals seit sechs Jahren gleich auf eine Übertragung verzichtet. Und die Vertreter im Europacup schieden allesamt aus, das schlechteste Abschneiden seit vielen Jahren. Statt in der Champions League muss Meister Standard Lüttich nun im UEFA-Cup sein Glück versuchen.

Und trotzdem sind die internationalen Scouts auf den belgischen Nachwuchs aufmerksam geworden. Der tummelt sich vor allem bei Standard, hat den FC Liverpool in der Qualifikation zur Millionenliga über weite Strecken dominiert und erst nach einem Elfmetertor in der 118. Minute des Rückspiels verloren.

Das ist auch Everton, dem zweiten Liverpooler Klub und Standards Gegner in der ersten UEFA-Cup-Runde, nicht entgangen. Wenige Stunden vor Ende der Übertrittszeit fixierten die Engländer den Transfer des 20-jährigen Lütticher Mittelfeldspielers Marouane Fellaini an die Mersey. Gegen seinen Ex-Klub ist der belgische Internationale zwar nicht spielberechtigt, Everton hat den Gegner damit aber massiv geschwächt.

Ein kluger Schachzug des Everton-Managements, der aus sportlicher Sicht einen schalen Beigeschmack hat. Für Standard hat natürlich der wirtschaftliche Aspekt das unmoralische Angebot unwiderstehlich gemacht. 18,5 Mio. Euro sollen zwischen den beiden Klubs geflossen sein nur unwesentlich weniger als das gesamte Jahresbudget des belgischen Meisters von 20 Millionen.

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Rubrik: Flachlandkick
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