Go East!

cache/images/article_1644_wirzeigens_140.jpg Unter dem Motto »Wir zeigen's Euch« erkunden die TV-Journalisten Seraphina Kalze und Andi Kranz ein Jahr vor der Europameisterschaft 2012 Polen und die Ukraine. Neben dem Fußball stehen vor allem Kultur und Menschen der Gastgeberländer im Fokus der beiden Deutschen. Der ballesterer begleitet sie auf ihrer vierwöchigen Erlebnisreise.
Seit 8. Juni präsentieren Fine und Andi ihren Fans auf Youtube und Facebook die ersten Eindrücke ihrer Reise in den unbekannten Osten Europas. In den kommenden vier Wochen wollen sie skurille Fakten und Sehenswürdigkeiten vorstellen, Fußballfans und Prominente porträtieren. Dem ballesterer gaben sie unmittelbar vor dem Start ein Interview über ihre Intentionen, Erwartungen und Kenntnisse über die EM-Austragungsländer.

ballesterer: Wie ist die Idee zur Reise entstanden und wie wird sie finanziert?
ANDI: Der Wunsch und die Vorgabe war, einen Film zu machen, der im nächsten Jahr bei der EM 2012 aktuell ist. Ich war schon bei den Afrika-Cups in Tunesien 2004 und Ghana 2008 und habe für die Nachrichtenagentur Reuters die letzten vier Fußballgroßereignisse mitproduziert und -erlebt. Fine hingegen hat keinen Ahnung vom Fußball. Da lag es auf der Hand, beide Kompetenzen in die Waagschale zu werfen. Fine zahlt!
FINE: Stimmt, ich hab keine große Ahnung vom Fußball. Das Runde muss ins Eckige, es stehen elf Spieler auf dem Rasen, deren Frauen ziemlich gut aussehen. Die Abseitsregel lass ich mir seit Jahren jedes Mal aufs Neue von meinem Vater erklären, aber wiedergeben kann ich sie nicht. Dafür kann ich ordentlich jubeln, ich reise für mein Leben gerne und liebe Abenteuer, die ich mit meiner journalistischen Berufung verbinden kann. Ich bin sehr gespannt, wie das alles werden wird.

Worin seht ihr eher euren Auftrag: den Leuten den Fußball in Polen und der Ukraine näherzubringen oder die Länder, ihre Kultur und ihre Bewohner?
ANDI: Es wird viel mehr darum gehen, den Leuten vor Ort klar zu machen, wer wir sind. Da wir weder der polnischen noch der ukrainischen Sprache mächtig sind, was auch daran liegt dass dieses »Babel-Fisch«-App nur für Englisch-Deutsch zu bekommen ist. Und zum anderen ist dieser Satz jetzt schon zu lang!

FINE: Ist es nicht komisch, dass ich als Nachbarin noch nie in Polen und der Ukraine war? Ich war in Italien, Spanien, Frankreich ...bei allen Nachbarn, aber noch nie im Osten. Darauf freue ich mich besonders. Zu sehen, wie es da aussieht, wie die Menschen sind und wie sie leben. Und ich möchte gerne sehen, wie das Lebensgefühl rund um den Fußball in Polen und der Ukraine ist. In Spanien und Italien flippen ja alle komplett aus. Ich fände es super, wenn es uns gelingen würde, Menschen neugierig auf die EM zu machen.


Was wisst ihr über den polnischen und den ukrainischen Fußball? Wie habt ihr euch vorbereitet?
ANDI: Der polnische Fussball ist für mich eine Herzensangelegenheit. Für Mitglieder des 1.FC Köln sind gerade die deutsch-polnischen Duelle der letzten Jahre immer auch »gepoldied«   worden. Mit Slawomir Peszko spielt ein aktueller polnischer Nationalspieler beim FC. Und Bernd Schuster war Trainer bei Schachtjor Donetsk.
FINE: Ich hab ja schon ein paar Tage mit Andi verbracht und wir waren bei einem Trainingsspiel des 1.FC Köln. Da hat er gestrahlt. Ich glaube, wenn Andi die Farben Rot und Weiß sieht, ist er sehr glücklich. Oder die Farbe Gold, wenn beispielsweise die Sonne durch ein schönes Glas Bier scheint. Ich weiß nicht nur, dass der Poldi aus Polen kommt, sondern auch, dass die ukrainischen Schaschlyk-Spieße nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen sind.

Wie viele Wodkas werdet ihr pro Tag zu euch nehmen? Seid ihr diesbezüglich gut vorbereitet?
ANDI: Fine trinkt schon seit zwei Monaten keinen Alkohol mehr. Ich dagegen nur noch Wodka!
FINE: Das lass ich mal unkommentiert. Da komm ich wenigstens gut weg...

Beide Länder sind ja bekannt für ihre kulinarischen Köstlichkeiten: Auf welche Speisen freut ihr euch besonders?
ANDI: Das ist definitiv Fines Spezialgebiet, wie man schon gemerkt hat!

FINE: Ich freu mich auf Bortsch und auf Pelmeni. Und auch das polnische Nationalgericht Bigos, so etwas wie das in Deutschland bekannte Zwiebelfleisch, wird wohl an mir nicht vorbeikommen - zumindest nicht lebend!

 

 

Die Protagonisten:

Seraphina Kalze und Andreas Kranz sind eher Lebens- als Medienwissenschaftler. Was sie interessiert, das nehmen sie unter die Lupe. Seraphina tut das für die ARD. Als Reporterin kennt man sie unter »Fine Kamikalze«. Ihre Reportagen gehen unter anderem beim RBB Radio Fritz, MDR Sputnik oder auch beim SWR über den Äther. Als ausgebildete VJane kann Seraphina auch eine Kamera bedienen, ein Stativ aufstellen oder den Zettel für einen Weißabgleich halten. Wohler fühlt sie sich allerdings davor mit Mikro in der Hand. Während Andi ganz genau weiß was er macht, wenn er den Record Button seiner Kamera drückt. Als Cutter und Kameramann bei Reuters und der RTL Mediengruppe ist er tagesaktuelles, schnelles und kreatives Arbeiten gewohnt. Aber auch Andi wird bei der Reise durch Polen und die Ukraine im Bild zu sehen sein. Erfahrung damit hat er. Er tourte allein mit seiner Kamera 60 Wochen um die Welt, heraus kam sein 90-Minuten-Reisebereicht »Hallo meine lieben Freunde!« Im Rahmen einer Reise zum Afrika-Cup 2008 entstand sein zweiter Film »Black Stars Rising«.

Referenzen:

Rubrik: Aktuell
ballesterer # 121

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