Götzendämmerung

cache/images/article_2066_dort_140.jpg Der Transfer von Mario Götze von Borussia Dortmund zum FC Bayern München sorgt für Aufruhr im deutschen Fußball. Einen Tag vor dem Champions-League-Halbfinalhinspiel gegen Real Madrid sitzt der Stachel bei den Dortmundern besonders tief. Ein Kommentar aus schwarz-gelber Sicht von Johannes Hofer. 
Johannes Hofer | 23.04.2013

»Die Besten. Die Meister.« Was sich Mario Götze morgen Abend vor dem Anpfiff gegen Real beim Erklingen der Champions-League-Hymne wohl denken wird? Ob er mit dem Kopf schon in München ist? Alles pure Spekulation.

Für Dortmund-Fans hinterlässt der 38-Millionen-Euro-Transfer jedenfalls einen bitteren Nachgeschmack. In München dagegen darf gejubelt werden. Parallelen zum Wechsel von Miroslav Klose von Werder Bremen zu den Bayern 2007 tun sich auf. Auch damals war Bremen, so wie heute Dortmund, in einem Europacup-Halbfinale. Klose bekam die Formkrise, Bremen schied aus. Der Rest ist Geschichte.

Ulis Nebelkanone

Für die Münchner hätte es keinen besseren Zeitpunkt für die Bekanntgabe des Wechsels geben können. Der Steuerskandal von Präsident Uli Hoeneß gerät zwar nicht in Vergessenheit, wird aber zumindest kurzfristig von den Titelseiten verschwinden. Und der Transfer stellt die alten Machtverhältnisse wieder her. Viel war in der jüngeren Vergangenheit die Rede von der Bundesliga als der neuen stärksten Liga Europas. Erst vor einer Woche meinte Uli Hoeneß, man müsse die Liga kollektiv stärken. Der FC Bayern hat diese Entwicklung mit dem Götze-Transfer aktiv unterbunden. Offen bleibt eigentlich nur die Frage, mit wie vielen Punkten Vorsprung die Münchener in der nächsten Saison Meister werden.

Borussia Dortmund will »Echte Liebe« leben. Das tun die Vereinsverantwortlichen, das tut die Südtribüne, das tun vermutlich alle Fans, die nicht erst vor ein, zwei Jahren auf den BVB-Erfolgsexpress aufgesprungen sind. Nur: Dass es diese Vereinsliebe in der heutigen Zeit bei den meisten Spielern nicht mehr gibt, ist nicht erst seit heute Nacht kein Geheimnis mehr.

Aus seiner persönlichen Sicht hat Mario Götze alles richtig gemacht - sportlich und finanziell. Ab Juli spielt er für »Die Besten. Die Meister«, zumindest in Deutschland. An die Vizemeisterschaft muss er in Zukunft wohl keine Gedanken mehr verschwenden.

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