Groundhopping: Armenien - Belgien

cache/images/article_1282_eriwan_140.jpg 09-11-09
Hanrapetakan-Stadion
Zuschauer: 2.300
Resultat: 2-1
Stefan Hageböcke | 01.10.2009
Wie es der Zufall so will, stellt sich am Hamburger Flughafen heraus, dass die Zufallsbekanntschaft Zuzana und ihre Kinder selbiges Endreiseziel haben und keinen Abstoß weit entfernt von der auserwählten Jugendherberge wohnen. »Wir werden in Eriwan von zwei Autos abgeholt. Sie können gern mit uns mitfahren. Weichen Sie uns am besten nicht von der Seite«, lautet die gastfreundliche und gern in Anspruch genommene Offerte. So entwickelt sich der morgentliche Transfer zur Stadtrundfahrt, bei der sich Zuzana als sachkundige Fremdenführerin erweist.

Ebenso offenherzig agieren in Armeniens Hauptstadt die vier konsultierten Fußballvereine sowie der Fußballverband bei der Herausgabe von Souvenirs und Tickets. Sportlich setzt die zuvor 27 Monate lang in Pflichtspielen sieglose Nationalmannschaft ein überraschendes Lebenszeichen. Die Nummer 123 der Weltrangliste bezwingt im WM-Qualifikationsmatch das auf Rang 62 stehende Belgien mit 2:1, was den belgischen Interimstrainer Frank Vercauteren unmittelbar nach Spielende zum Rücktritt veranlasst.

»Heute sind alle sehr glücklich. Das war vor vier Tagen bei unserer 0:2-Heimniederlage gegen Bosnien-Herzegowina ganz anders. Viele Fans waren wegen der langen Negativserie sehr frustriert«, berichtet Ahanan Boyadjian. Der im französischem Exil lebende Journalist klärt zudem über die sehr übersichtliche Struktur im armenischen Ligabetrieb auf: »Es gibt nur zwei Spielklassen, die mit acht Erst- und neun Zweitligisten zudem spärlich bestückt sind. Kreis-oder Bezirksklassen existieren nicht.«. Deswegen dürfen Juniorenmannschaften in der zweiten Liga mitspielen, weil sie sonst nicht gefordert werden würden.

Der Fußballbetrieb beschränke sich weitgehend auf Eriwan, außerhalb der Hauptstadt mangle es an Sportplätzen, sagt U21-Nationaltrainer Flemming Serritslev, seit einem halben Jahr für den armenischen Fußballverband tätig. Serritslev zeigt sich erstaunt über meinen Wohnort: »Wenn du zurück in Bielefeld bist, grüß Jonas Kamper von mir. Ich habe ihn in der Jugend trainiert.«

Referenzen:

Rubrik: Aktuell
ballesterer # 120

Der nächste Ballesterer

Der nächste ballesterer fm erscheint am 13.04.2017.

Abo bestellen

Leserbrief

an den ballesterer_web_small.png