Groundhopping: Maccabi Tel Aviv - Maccabi Petach Tikva

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Ramat-Gan-Stadion
Zuschauer: 15.000
Resultat: 1-1

Andreas Mayrbäurl, Martin Stelzl | 01.12.2009
Wir wollten Jesus sehen und Frieden stiften. Da beides nicht gelang, gingen wir zum Fußball. Unwissende Touristen stehen dabei schnell vor einem leeren Stadion, spielt doch Maccabi Tel Aviv neuerdings seine Heimspiele nicht im »Bloomfield«, sondern im israelischen Nationalstadion Ramat-Gan, wo auch sämtliche Spiele der Nationalmannschaft und viele internationale Begegnungen israelischer Vereine stattfinden.

Glücklicherweise sind israelische Taxifahrer mit dem Gaspedal gut vertraut, und so kommen wir »rechtzeitig« zur 27. Spielminute beim Stand von 0:0 zum Heimspiel des Tabellendritten gegen den Zehnten. Alles andere als einem Schlagerspiel also; nachdem wir allerdings zwei Tage zuvor im Fernsehen gesehen hatten, wie der Tabellenzweite Lokalrivale Hapoel Rapid in Wien zerlegt hatte, konnte man durchaus anständigen Fußball erwarten.

Was wir ebenfalls nicht wussten war allerdings, dass die Maccabi-Fans an diesem Samstag kollektiv mit dem falschen Fuß aufgestanden waren. Die Folgen waren miese Stimmung und Schimpftiraden für die Heimmannschaft bei nahezu jeder Aktion. Dem 1:0 kurz vor der Pause folgte eine kurze Phase wohlwollender Unterstützung, dem Ausgleich unmittelbar nach Wiederanpfiff kollektives Schimpfen bis zum Schlusspfiff.

Während der letzten zehn Spielminuten machte sich bereits etwa die Hälfte der Besucher auf die Heimreise, die übrigen blieben offensichtlich nur, um beim Abgang Mannschaft und Betreuerstab noch minutenlang auszupfeifen. Fazit: Ein offensichtlich versautes Wochenende für die Maccabi-Fans und eine interessante Erkenntnis für die österreichische Delegation - vielleicht gehen wir mit unserer Nationalmannschaft ja viel zu schonend um.

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Rubrik: Aktuell
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