Gänsehaut im Bernabeu

cache/images/article_2026_img_7430_140.jpg Am Dienstagabend findet das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale zwischen Manchester United und Real Madrid statt. Einer unserer Groundhopper war beim 1:1 in Madrid dabei.
Manuel Vogelsberger | 05.03.2013

Real Madrid - Manchester United
13. Februar 2013
Estadio Santiago Bernabeu
Zuschauer: 79.429
Resultat: 1:1

Bereits im Flugzeug bekomme ich einen Vorgeschmack auf die Champions-League-Atmosphäre. Umgeben von rund 120 dem Alkoholgenuss eher freundlich gesinnten Menschen von der Insel, bin ich mit meinem Real-Schal klar in der Unterzahl und verspüre diesen Drang, den ich noch aus meiner Zeit im Jugendfußball kenne: Heute zählt nur der Sieg! In Madrid angekommen, ändert sich die Atmosphäre kaum: Wenn es irgendwo laut und lustig ist, sind die Herren in Rot nicht weit. Erst als ich mich in Richtung Santiago-Bernabeu-Stadion aufmache, zeigt sich langsam, wer das Heimteam ist. Vor dem Stadion ist die Stimmung großartig. Schließlich ist es soweit: Mein Traum, ein Champions-League-Spiel live mitzuerleben, wird für mich endlich real. Meine Karte für den zweiten Rang auf der Südtribüne hat zwar 165 Euro gekostet, ist aber jeden einzelnen Cent wert.
Im Rang unter mir widerlegen die Real-Fans lautstark die These vom angeblichen Opernpublikum im Santiago-Bernabeu-Stadion. Auf der anderen Seite der Arena tragen die United-Fans das ihre zur großartigen Stimmung bei. Als die Mannschaften einziehen und die Champions-League-Hymne ertönt, bekomme ich eine Gänsehaut. Zu diesem Zeitpunkt hält es keinen Zuschauer mehr auf den Sitzen.


Zu Mitte der ersten Halbzeit wird es in meinem Sektor wieder unruhig, Zuschauer aller Altersgruppen schimpfen und gestikulieren in Richtung Sektoreneingang. Die Ursache dafür sind zehn voluminöse und nicht mehr ganz nüchterne United-Fans, die sich Karten für den falschen Sektor gekauft haben. Sie nehmen aber friedlich ihre Plätze ein. Das Spiel wird meinen hohen Erwartungen gerecht: Was an diesem Abend auf dem Platz geboten wird, ist nicht Fußball, sondern Kunst auf allerhöchstem Niveau. Auch wenn mein Herz aufgrund des 1:1 und der damit nicht idealen Ausgangsposition für das Rückspiel ein wenig blutet, überwiegt am Ende die Begeisterung über das Fußballerlebnis.
Abgerundet wird meine Reise nach Madrid am nächsten Tag noch vom Europa-League-Spiel zwischen Atletico und Rubin Kasan, für das ich dank einer netten weiblichen Bekanntschaft aus Tatarstan eine Freikarte bekomme. Auch dort bekomme ich aber keinen spanischen Sieg zu sehen: Titelverteidiger Atletico verliert das Spiel gegen Rubin Kasan 0:2 und scheidet eine Woche später aus.

ballesterer # 120

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