Hunderttausende stürmen Fan Zone!

cache/images/article_929_800px-t-mo_140.jpg Nach zwei schwächeren Tagen am Wochenende ist seit Montag wieder einiges los auf Europas längster Partymeile. Besonders in der Früh und am späten Nachmittag ist der Andrang kaum zu bewältigen.
Stefan Kraft | 11.06.2008
Für die Europameisterschaft hat sich die Stadt Wien etwas ganz besonderes einfallen lassen. Und das schon vor 38 Jahren! Bereits 1970 begannen die Bauarbeiten zur 19,3 Kilometer langen Partyzone, die daher schon lange (wienerisch: "schlange") vor den anderen Infrastrukturbauten (Wörthersee-Stadion, Mobilklos, nach oben offene Polizeikäfige) fertiggestellt werden konnte.

Von Osten in den Süden Wiens erstreckt sich die Entertainmentmeile, die mit einigen ziemlich coolen (Wienerisch: oagen) Attraktionen gespickt ist. So können die Besucher gleich in vier Disco-Tunneln mit extremen Neonlicht abtanzen, an spacigen orangen Telefonsäulen witzige Notrufe absetzen und oder schräge Fotos mit den Radarfallen schießen.

Diesen Montag tummelten sich wieder Hunderttausende Besucher, vor allem aus den teilnehmenden Nationen Kroatien, Türkei, Rumänien, Polen, Deutschland und Österreich auf der bis zu acht Fahrspuren großen Fan Zone. Viele unter den Fans waren mit dem eigenen Auto angereist, mancher Spaßbold unter den Schlachtenbummlern führte gar einen ganzen LKW mit sich. Daher gab es schon umfangreiche Staus bei der Anfahrt zur Partymeile, doch die Anhänger nahmens mit Humor und hupten kräftig. Sogar aus nichtteilnehmenden Ländern, wie Ungarn, der Slowakei, der Ukraine, Mödling und Hartberg fanden sich Fußballinteressierte ein, um gemeinsam mit Gleichgesinnten stundenlang in der Fan Zone zu verweilen. Manche der LKW-Lenker gaben an, bereits 20 Stunden ohne Pause auf dem Weg zur EM verbracht zu haben.

Einziger Wermutstropfen: Aus Sicherheitsgründen durften auf den Pannenstreifen keine Bänke und Stühle der umliegenden Tankstellen deponiert werden. Auch die erhöhten Bierpreise bei BP, Shell und dem "Inzersdorfer Wurst-Hansi" sorgten für gewissen Unmut unter den Fans. Beim Preisvergleich zwischen einem Liter Diesel und einem Liter Ottakringer glätteten sich die Wogen aber bald. "Ist eh ok" (Wienerisch: "Eishockey"), lautete die versöhnliche Stellungnahme eines Mitglieds des Fanklubs "Schenker Logistik".

Info: Die Wiener Fanmeile ist noch bis Ende der Europameisterschaft geöffnet, später sicher auch noch. Erreichbar ist sie weder öffentlich, noch zu Fuß und auf gar keinen Fall mit dem Fahrrad.

Referenzen:

Rubrik: EM Tagebuch
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