La Panenkette

Panenka sicherte sich mit seinem legendären geschupften Heber im EM-Finale gegen Deutschland seinen ewigen Platz auch in den französischen Wörterbüchern. Der erste ukrainische Torschütze gegen die Schweiz verkleinerte 30 Jahre später den Ruhm des Tschechen.
Klaus Federmair | 28.06.2006

Wenn es heisst "Fais un panenka!", weiß jeder kleine Bub in Frankreich, was gefordert wird. Der Ball soll beim Elfer über den Tormann geschupft werden. Dass "ein Panenka" eigentlich ein ehemaliger Fußballer ist, wissen die Nachwuchskicker normalerweise nicht, dafür sind sie zu jung. Der "Panenka" ist längst in den normalen französischen Sprachgebrauch eingegangen.

Als Artem Milewski die Ukraine im Elferschießen gegen die Schweiz in Führung brachte, war "le panenka" wieder einmal in aller Munde. Der Kommentator des belgischen Fernsehsenders "la une" hatte allerdings einen kritischen Kollegen neben sich, der ihn angesichts des etwa in einem halben Meter Höhe neben Zuberbühler ins Tor plumpsenden Balles, darauf hinwies, dass das wohl kein echter "Panenka" gewesen sein konnte.

Doch der Streit ließ sich rasch ausräumen, man einigte sich auf "une panenkette". Auf gut Österreichisch: ein Panenkerl.

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Rubrik: WM-Tagebuch
ballesterer # 121

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