Lachen mit dem ORF

cache/images/article_2288_pages_from_fm91_140.jpg Bevor die Weltmeisterschaft in Brasilien beginnt, sind noch diverse Meisterschaftsbegegnungen und Finalspiele auszutragen. Da kann es durchaus sein, dass es da und dort an Spannung fehlt. Ein erfahrener Kommentator des "österreichischen Farbfernsehens" namens ORF weiß sich aber zu helfen und kommentiert dann halt ...
Wolfgang Federmair | 21.05.2014
... zum Beispiel das Wetter. In diesem Fall Michael Roscher: "Mit dem Einmarsch sind die ersten Regentropfen heruntergepurzelt vom Wiener Neustädter Himmel. Aber es ist nicht so schlimm." Einige Minuten später: "Jetzt wird der Regen stärker." Nach weiteren fünf Minuten: "Und jetzt kommt zum Regen auch noch der Wind dazu." Plötzlich aber kommt beinahe Spannung auf, die Gewalten der Natur machen's möglich: "Fast Gefahr durch den holprigen Boden vor dem Tor." Dann die große Überraschung: "Jetzt kommt noch ein bisschen die Sonne durch, bevor sie untergeht." Am Ende bleibt als Resümee: "Es war keine höchstklassige Partie, es war eine interessante Partie."
(SC Wiener Neustadt - FK Austria am 13. April 2014)

Durchaus interessante Zusammenhänge stellt Dietmar Wolff her, wenn eine Kärntner Mannschaft auf eine aus der Steiermark trifft: "Beide haben sich immer im Süden der Tabelle aufgehalten, ganz ihrer Region entsprechend." Und der Schiedsrichter ist zwar "gebürtiger Grazer, aber natürlich völlig unbefangen als burgenländischer Referee." Sehen wir eigentlich noch das richtige Programm, oder sind wir schon im falschen Film? Wolff meint: "Die Schwarz-Weißen gegen die Weißen bei grauem Himmel. - Sie sind schon richtig beim österreichischen Farbfernsehen, aber es ist im Moment ein farbloses Spiel." Dann aber steht ein Spieler im Mittelpunkt, der folgendes Kunststück zuwege bringt: "Freistoßflankenschuss von Jacobo."
(Wolfsberger AC - SK Sturm am 27. April 2014)

Wieder einmal gibt es starken Regen, Boris Kastner-Jirka erkennt: "Ganz schwierig für die Spieler immer wieder zu berechnen, was der Ball so treibt." Und: "Der Boden bringt schon einige Spannungsmomente zusätzlich in die Partie." Besser gesagt: "Keiner weiß, wie genau der Ball wirklich beeinflusst wird von den Bodenverhältnissen hier." Die Wasserlachen am Spielfeld werden von Minute zu Minute größer: "Da ist es ganz schwierig, du weißt als Spieler nicht, wie sich der Ball da verhalten wird." Abgesehen davon, entwickelt sich das Spiel zum Krimi. Die Austria darf nicht verlieren, will sie nächstes Jahr im Europacup spielen. In der 87. Minute erzielt Sturm das 2:1: "Was für ein K.O.-Schlag, überreicht durch Daniel Beichler." Die Wiener verlieren das Spiel tatsächlich, denn: "Die Austria hat jetzt praktisch keine Zeit mehr, und die läuft jetzt dann überhaupt ab."
(FK Austria - SK Sturm am 11. Mai 2014)

Das Finale der Europa League kommt einfach nicht auf Touren, Michael Roscher dürfte sich fadisieren: "Jetzt wäre dann ein Tor irgendwann schön langsam interessant." Das ersehnte Tor fällt aber auch in der Verlängerung nicht, im Elfmeterschießen gewinnt Sevilla 4:2.
(FC Sevilla - Benfica Lissabon am 14. Mai 2014)

Beim Cupfinale werfen Salzburger Fans vor Beginn der zweiten Halbzeit rote und weiße Papierschlangen aufs Spielfeld, Sankt-Pölten-Fans wiederum zünden Rauchbomben. Boris Kastner-Jirka stellt fest: "Es wird intensiv an der Wiederherstellung des Sankt Pöltener Fünfmeterraumes gearbeitet. Und was machen die Sankt Pöltener Fans? Sie rauchen sich ein." - War vielleicht der eine oder andere Ofenbauer zu sehen, den Kastner-Jirka entdeckt hat? Wir haben gerade nicht hingesehen und können dazu nichts sagen.
(Red Bull Salzburg - FCN Sankt Pölten am 18. Mai 2014)
ballesterer # 121

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