Mitleiden in Ried

Wenig freuen konnten sich Fußballfans über das, was Rieder und Rapidler am vergangenen Samstag im Innviertel zeigten. Die Heimischen konnten zumindest nach Führung und Schlusspfiff kurz jubeln. Über weite Strecken wurden beide Mannschaften von den Zuschauern aber bemitleidet.
Martin Nagl | 01.08.2006

"Ob das gut geht, wenn man mit vier Stürmern und ohne Mittelfeld spielt?", grübelte der Rapid-Anhang nach den Einwechslungen von Hoffer und Kincl in Ried. Eine Flanke, die György Garics bei einem der letzten Vorstöße unelegant über den Spann gerutscht war, kennzeichnete dann das Ende der grün-weißen Offensiv-Bemühungen. Zuvor hatte Bazina nach Glasner-Kniefall einen erfolgreichen Torschuss offensichtlich verweigert.

Die Wiener nahmen die Einladung zu einem Sieg in der Provinz aber nicht an - obwohl die Rieder noch ein, zwei günstige Gelegenheiten für die Gäste boten. Wahrscheinlich hätten die auch noch beim Transfer von Garics nach Turin geholfen. Aber nicht einmal daraus wurde was.

Als Schwarz-Grün-Sympathisant wiederum fragte man sich 55 Minuten lang, wie lange sich die Rieder Routiniers noch auf den Beinen halten können und ab wann man der eigenen Mannschaft Gegentore wünschen darf.

Rapid in Ried, das waren oft wahre Fußballfeste. Diesmal war die Begegnung eher von gegenseitiger Empathie geprägt: In Wien bedauert man, dass ein Team mit Schwindelzustand in der Abwehr und Lüfterl im Sturm schon bald im Europacup antreten muss. Und den Riedern tut der Rekordmeister leid, dem die Hoffnung auf schönes Mittelfeld-Spiel und Freistoß-Tore weiterhin verwehrt bleibt. Zumindest Steffen Hofmann wird's nicht richten können.

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Rubrik: Weekender
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