Pubertieren in der Champions League

Belgien ist Dauergast in der Champions League, aber irgendwie wirken seine Vertreter ein bisschen unreif.
Klaus Federmair | 29.09.2005

Für die Fans der belgischen Spitzenteams ist die Champions League ein Leidensweg. Zwar ist der Verband im ominösen UEFA-Ranking gut genug platziert, um einen Fixstarter zu haben (nächstes Jahr angeblich sogar zwei), aber die Spiele gegen Europas Große gehen regelmäßig in die Hose.

Vor zwei Jahren wurden in der ersten Gruppenphase von Brügge und Anderlecht noch einige Achtungserfolge erzielt. Die Brüssler besiegten damals Lyon, Brügge schlug im Übermut des Heranwachsenden gar Ajax und Milan. Dennoch schieden beide aus, und seither setzt es nur noch Niederlagen.

Seit dem 3. Dezember 2003 verlor der Dauerchampionsligist Anderlecht sämtliche neun Spiele, die er in Europas Eliteliga bestritt. Auch Brügge steuerte heuer schon zwei Nuller zur belgischen Bilanz bei.

Dabei hatte das Heimspiel am zweiten Spieltag für Anderlecht gegen Betis Sevilla so gut begonnen. Schon in der 2. Minute knallte Jestrovic den Ball für die Violetten an die Latte, und bis zum Schlusspfiff sollte Anderlecht noch eine Unmenge weiterer großer Chancen verzeichnen und 18 Mal aufs Tor schießen. Dennoch verlor der RSC in einem äußerst unterhaltsamen Spiel hoch verdient mit 0:1.

Wie so etwas möglich ist? Nun, es war ein Tag der offenen Tore, durch die nur einer zu gehen vermochte. Der Eine hieß Ricardo Oliveira und spielte für Betis. Er erzielte sein Tor auch nicht, ohne vorher zwei Mal die Stange bemüht zu haben. Insgesamt trafen die Spanier ganze fünf Mal nur die Torbegrenzung, auf Brüsseler Seite blieb es bei dem einen Stangenschuss. Klingt nach einer verdienten Niederlage der Gastgeber, oder? O.k., vielleicht wäre ein 5:7 gerechter gewesen.

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Rubrik: Flachlandkick
Thema: Belgien
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