Boulahrouz war in diesem farbenprächtigen Achtelfinale zwischen den Niederlanden und Portugal zwei mal Gelb-Rot und acht mal Gelb in 90 Minuten, das gab es vor dem 25. Juni 2006 noch nie bei einer WM vom Platz geflogen. Schon nach zehn Minuten sprang er Cristiano Ronaldo in den Unterleib und auf den Oberschenkel, da begnügte sich Schiri Valentin Iwanow zur Verwunderung der Zuschauer noch mit Gelb. Später durfte Luis Figo noch den Ellenbogen des heute 26-Jährigen schmecken, was dann sogar dem überforderten Russen zum Platzverweis für Khalid gereichte.
Dass Bondscoach Marco van Basten nach dem Ausfall von des Liverpool-Flügelstürmers Babel keinen Offensivmann, sondern den Innenverteidiger vom FC Sevilla nominierte, überraschte zuerst viele Beobachter. Schließlich war Boulahrouz schon in den erweiterten 30-Mann-Kader nur einberufen worden, weil hinter der Gesundheit der Abwehrspieler Mario Melchiot und André Ooijer Fragezeichen gestanden waren. Aber Marco van Basten könnte so einen wie ihn bei diesem Turnier noch brauchen, nachdem er sich mit Mark van Bommel zerstritten hat. Denn genau einer wie Boulahrouz fehlte im Kader bislang noch. Einer, der eine 1:0-Führung fünf Minuten vor Schluss mit allen Mitteln verteidigt.
Einsätze im Nationaltrikot könnte Boulahrouz dringend brauchen: Als HSV-Stammspieler erzwang er erst seinen Wechsel auf die Ersatzbank des FC Chelsea, von der er vergangenen Sommer an jene des FC Sevilla verliehen wurde. Nach nur sechs Einsätzen in der Primera Division wird Sevilla die Kaufoption wohl kaum ziehen. Angeblich verhandelt Boulahrouz über eine Rückkehr nach Hamburg, angeblich auch mit Ajax Amsterdam. Fix ist bisher nix. Für Khalid Boulahrouz kein Problem. Er ist es gewohnt, zu spät zu kommen.






Statt einer Offensivkraft nominierte der niederländische Teamchef Marco van Basten für den verletzten Ryan Babel überraschend einen Innenverteidiger nach. Seine Kompromisslosigkeit macht Khalid Boulahrouz zu einer ständigen Gefahr. Für beide Teams.
erscheint am 12. Juli 2013.
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