Segen und Fluch

Deutschland spielt nicht mehr um den Weltmeistertitel, ist ausgeschieden - leider zu früh.
Wenzel Müller | 05.07.2006

Es wurde notwendig, dass die Deutschen einen Dämpfer bekommen. Einmal aus Gründen des optischen Umweltschutzes, die Deutschland-Fahnen verschandeln schon viel zu lange das Straßenbild bei unseren Nachbarn. Und zum anderen wegen des Seelenheils von Herrn Kraft, um das wir uns bei einem neuerlichen Sieg der Klinsmann-Truppe hätten ernsthaft Sorgen machen müssen.

Insofern ist es nur gut, dass Deutschland nun eine Niederlage im Halbfinale erlitten hat. Bitter ist allein, dass das gerade gegen die Italiener passiert ist, gegen eines - pardon, Kollege Schreiner - langweiligsten Teams der ganzen WM. Lieber spielen die den Ball zehnmal quer, als einmal eine riskante Aktion zu wagen. Alle Spieler sind natürlich hervorragende Fußballer, doch in Summe bilden sie ein biederes Ensemble. Immer auf Nummer sicher gehend, abwartend, defensiv. Nie kühn, leidenschaftlich, offensiv. Sie mögen vielleicht wirklich, wie viele meinen, "clever" spielen, doch schön spielen sie in jedem Fall nicht. Eher so wie Deutschland früher: Mühsam, aber effizient. Furchtbar, aber unbeugsam.

So kommt es nun doch nicht zu meinem Wunsch-Endspiel: Frankreich gegen Deutschland, das die Franzosen mit 3:0 hätten gewinnen sollen. Alle Treffer von Zidane erzielt, dem großen alten Meister.

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Rubrik: WM-Tagebuch
ballesterer # 121

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