Taktikcorner: Mexikos Viererkette

cache/images/article_1439_taktik2_140.png WM-BLOG Die Aufstellung auf dem Papier ist nur eine Annäherung daran, was wirklich auf dem Platz geschieht. Genau das zeigt der Blick unter den Sombrero. Beim Eröffnungsspiel der WM gegen Südafrika gab Mexikos Teamchef Javier Aguirre vor Anpfiff eine 4-3-3 Formation bekannt, im Detail war es jedoch ein 4-1-2-2-1.
Emanuel Van den Nest | 16.06.2010
Das mexikanische Spiel orientierte sich stark am Raum und war deshalb zu Beginn recht dynamisch, was vor allem an der modernen Ausrichtung der Abwehrviererkette lag. Eine Viererkette war sie eigentlich ja nur zum Teil: Denn während die letzten Vier beim Verteidigen weitgehend auf einer Linie spielten, löste sich in der Vorwärtsbewegung einer der beiden Außen in Richtung gegnerische Zone.

Durch diese numerische Unterstützung wurde das mexikanische Team vor allem in der ersten Halbzeit immer wieder über die Flügel gefährlich. Besonders Paul Aguilar übte auf der rechten Seite großen Druck auf Südafrikas Defensive aus. Barcelonas Edelreservist Rafael Marquez, im defensiven Zentrum, ließ sich häufig zurückfallen und hielt damit den angreifenden Außenverteidigern den Rücken frei.

Eine Problemzone stellte dagegen Mexikos Umschalten von Offensive auf Defensive dar, wie das 1:0 Südafrikas nach der Pause verdeutlichte. Bei dem sehenswerten Gegenangriff der Gastgeber kamen die mexikanischen Außenverteidiger nicht rechtzeitig zurück. Die beiden zentralen Defensiven standen zwar tief genug, agierten aber zu langsam, um den weiten Pass auf den flinken Siphiwe Tshabalala abzufangen und letztlich dessen erfolgreichen Torabschluss zu verhindern.

Auch danach sah Mexikos Viererkette bei ähnlichen Konterstößen der »Bafana Bafana« nicht gut aus, ein zweiter Verlusttreffer blieb ihnen dennoch erspart. Obwohl ihre Offensivaktionen weniger geworden waren, profitierten die Mexikaner in der Schlussphase von einem Abwehrfehler der Südafrikaner. Das Spiel endete mit einem gerechten 1:1. In Ansätzen überzeugten die Mexikaner mit einer durchaus modernen und variablen Abwehrkette, beim schnellen Umschalten hatten sie allerdings mit einigen Problemen zu kämpfen.

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Rubrik: Aktuell, WM-Blog
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