Trotz Beißhemmung - Sieg gegen die Literaten

Worauf Rapid und vielleicht bald auch die Austria hoffen, hat sich bei der Fußball-Mannschaft des ballesterer fm bereits eingestellt. Die Rede ist vom Trainereffekt, der sich nach der Übernahme des Teamchefamts durch Dr. Pennwieser in einem verdienten 3:1-Erfolg gegen die österreichische Literaturnationalmannschaft äußerte.

Es war ein rassiges und an Chancen reiches Match, das Solo-Zuschauer Florin Mittermayr am Montagabend auf der De la Salle-Anlage in Strebersdorf zu sehen bekam. Die ballesterer-Elf, von Pennwieser vom klassischen 4-4-2 auf ein 3-5-2 umgemodelt, startete wie aus der Pistole geschossen, doch der trotz Trainingsrückstands aufgebotene Hirt vergab in aussichtsreicher Position.

Auf der Gegenseite machten es die Literaten besser, Stocker überraschte den ansonsten hervorragenden ballesterer-Keeper Sinnreich mit einem scharfen Schuss ins kurze Eck. Ein Schock für die in die Favoritenrolle gedrängten ballesterer, die sich zwar Chance um Chance erspielten, doch die nötige Coolness vor dem Literaten-Kasten vermissen ließen. Schoof, Hirt und Oppitz ließen Hochkaräter aus und so blieb es zur Pause beim 0:1.

Nach einer sachlichen Kabinenpredigt (»Flach spielen, hoch gewinnen«) des Doktors im Teamchef-Trainingsanzug drückten die ballesterer nach Wiederanpfiff vehement auf den Ausgleich. Die eingewechselten Geyer und Stadlbauer brachten viel Wind über rechts, der überfällige Ausgleich fiel aber nach einer schönen Einzelaktion. Alt-ballesterer Oppitz tankte sich in den Strafraum durch und schob den Ball seelenruhig am Torhüter vorbei.

Nun schien das Spiel eine Wende erfahren zu haben, sorgte doch Außenverteidiger Wachter mit einer wunderbaren 20-Meter-Bogenlampe ins lange Kreuzeck für das 2:1 zugunsten der in traditionelles Orange gewandeten ballesterer. Dann jedoch Wirbel auf der Gegenseite: Torschütze Wachter springt der Ball im 16er an die Hand und der nicht vorhandene Schiedsrichter entscheidet trotz heftiger Abseitsproteste Wachters auf Elfmeter, den Georg Bydlinski jedoch an der linken Stange vorbei schiebt.

Die eben noch hoffnungsfrohen Literaten wurden nun kalt erwischt. Stöllinger nahm sich von der Strafraumgrenze ein Herz, und auch sein Distanzschuss landete in den Maschen. Das Spiel war entschieden. Literaten-Kapitän Prenn setze einen Ball zwar nur um Zentimeter an der Kreuzecke vorbei, die ballesterer hätten den Score durch Hirt, Scheiber und Stork aber noch deutlich erhöhen können. In Hinblick auf das Revanche-Match gegen den Augustin am 18. September (18 Uhr, Slovan-Platz) wollte man den Gegner aber scheinbar nicht durch einen Kantersieg wach rütteln. Getrübt wurde die Freude nur durch eine Verletzung von Torschütze Oppitz, der mit einem lädierten Seitenband ausscheiden musste und dem Team gegen die Augustiner nicht zur Verfügung stehen wird.

Neo-Teamchef Pennwieser zeigte sich nach dem Match sehr zufrieden mit seinem Einstand auf der Betreuerbank. »Man darf nicht vergessen, dass nur wenig Zeit zur Verfügung stand, die Mannschaft kennen zu lernen. Ich habe gesehen welches Potential in ihr steckt. Weite Teile des Spieles wurden die taktischen Anweisungen umgesetzt und dennoch inspiriert Fußball gespielt«, erklärte Pennwieser, für den das Resultat nicht im Vordergrund stand. »Das Team hat gezeigt, dass sie in der Lage ist Chancen herauszuspielen. Bis zwei Meter vor dem Tor war das schön anzusehen. Nur hatten unsere Stürmer leider eine passagere Form von Beißhemmung.«

Aber auch die Gegner konnten dem Vorbereitungsmatch auf das Länderspiel gegen die Literaten-Kollegen aus der Schweiz (21. September, Sportklub-Platz) durchaus positive Seiten abgewinnen. »Das Testspiel gegen den ballesterer war erst unser drittes Match auf dem Großfeld und bereits das erste, das nicht mit einem Eishockeyresultat gegen uns endete. Es geht bergauf, 2008 - wir kommen!«, sagte ein zuversichtlicher Prenn. Und der auf der linken Seite unermüdlich, aber glücklos kurbelnde Franzobel meinte, ganz Literat: »Pflanzen sind Tiere, die immer schlafen - und die österreichische Literaturnationalmannschaft ist so ein Gewächs, das zwar lange noch nicht blüht, aber schon erste Knospen zeigt. Gegen die ballesterer war zwar wieder einmal kein Kraut gewachsen, dennoch war es eine Hetz. Und wenn es heißt, dass das Spiel lange auf des Messers Schneide stand, ist das für uns durchaus ein Erfolg.«

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Rubrik: Aktuell
ballesterer # 121

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