Unentschieden vor vollem Haus

cache/images/article_1200_fhtderby_140.jpg Knappe 6.000 Zuschauer ließen sich am vergangenen Freitag in Dornbach den Schlager der Regionalliga Ost zwischen dem Wiener Sportklub und der Vienna nicht entgehen. Trotz der tollen Kulisse blieb das Spiel hinsichtlich des Ergebnisses eine Nullnummer. Richtig spannend wurde es erst in der Schlussphase.
Emanuel Van den Nest | 07.04.2009
Auf Grund des großen Zuschauerandrangs wurde das kleine Wiener Derby sogar zwölf Minuten verspätet angepfiffen. Die Ränge platzten beinahe aus ihren Nähten. Einige Anhänger des WSK suchten noch nach Anpfiff vergebens einen Stehplatz auf der Friedhofstribüne, viele wichen auf die verwaiste Längsseite gegenüber der Haupttribüne aus. Der Auswärtssektor war ebenfalls nahezu komplett in Gelb und Blau getunkt. Um 19:42 Uhr wurde dann angepfiffen. Auch des schönen Wetters wegen herrschten perfekte Bedingungen für einen unterhaltsamen Fußballabend.

Beide Mannschaften gingen äußerst vorsichtig in die Partie. Vor allem der Sportklub ließ sich kaum aus der eigenen Hälfte locken, Chancen zum Kontern wurden kaum wahrgenommen. Die Vienna hingegen rückte da schon mehr in Richtung gegnerisches Tor vor. Sie kam durch Osman Bozkurt in der ersten Halbzeit zu einigen guten Torchancen, die jedoch ungenutzt blieben. Die Führung der Döblinger wäre in dieser Phase des Spiels durchaus verdient gewesen. Auch Milosevic und Niefergall wurden nämlich kurz vor der Pause brandgefährlich. Die Anhänger der Vienna waren auf Grund ihres lautstarken Gesangs und ihrer Fahnenpracht in Halbzeit eins ebenso auffälliger. Der WSK blieb trotz zweier Aktionen durch Wunderbaldinger und Herbst in Richtung Vienna-Tor relativ harmlos.

Enge Räume, spannendes Finale
Die zweite Halbzeit bot zunächst ein ähnliches Bild. Beide Mannschaften spielten mit sehr defensiv orientierten 4-4-2-Formationen und blieben in der Offensive bis auf einige Ausnahmen eher ideenlos. WSK-Trainer Batricevic meinte nach dem Spiel: »Wir haben uns von Anfang an absichtlich zurückgezogen und erst von der Mittellinie attackiert. Wir wollten die Räume eng machen und das ist uns gelungen. Die Vienna ist nicht richtig ins Spiel gekommen, wir aber auch nicht.« Während die anfängliche Überlegenheit der Vienna immer mehr verpuffte, erwachte der Sportklub mit Fortdauer des Spiels.

Vor allem Ercan Kayhan, Bruder des Rapidlers Tanju Kayhan, sorgte auf dem rechten Flügel für Aufwind. In den letzten Minuten probierte es sein WSK-Teamkollege Perez aus 20 Metern mit einem Sonntagsschuss, doch Vienna-Torwart Brandner parierte bravourös und bewahrte die eigene Mannschaft vor einem Rückstand. Auch die Friedhofstribüne, bekannt für ihren britischen Support, machte sich nun zunehmend im Kanon lautstark bemerkbar. Ab der 87. Minute mussten die Mannen aus Döbling sogar in Unterzahl spielen, der Ex-Dornbacher Dorta wurde nach einer Tätlichkeit von Schiedsrichter Ouschan unter die Dusche geschickt. In der Nachspielzeit verfehlte nochmals Schandl knapp das Tor der Vienna. So endete das Match torlos.

Ingesamt hatten die Döblinger über weite Strecken mehr Spielanteile. Das 0:0 geht aber, und damit ging auch Vienna-Trainer Peter Stöger in seiner Analyse konform, auf Grund einer starken Schlussoffensive der Dornbacher in Ordnung. Die Alszeile hinter der Friedhoftribüne glich im Anschluss an das Spiel einem kleinen Volksfest, wo sich Gelb-Blau unter Schwarz-Weiß mischte, um den schönen Fußballabend ausklingen zu lassen.

Ende des kleinen Derbys?
Freude hatten die Zuschauer genauso mit den Ergebnissen der Liga-Konkurrenten, die durch den Stadionsprecher verkündet wurden. Parndorf patzte gegen Würmla vor eigenem Publikum mit 0:1 und Tabellenführer Horn kam über ein 3:3 gegen Amstetten nicht hinaus. Der WSK ist nun mit 38 Punkten auf Tabellenplatz drei, während die Vienna mit 36 Punkten nur an der fünften Stelle rangiert. Die Döblinger haben jedoch zwei Spiele weniger auf ihrem Konto und könnten daher im Nachtrag Leader Horn (41 Punkte) überholen.

Dass der Traditionsverein aus Hernals angesichts des nicht gestellten Lizenzantrags auch die nächste Saison in der Regionalliga Ost verbringen wird, steht fest. Die Chancen der Vienna auf den Sprung in die Erste Liga sind jedoch weiterhin intakt. Es steht also in den Sternen, ob wir das Ostliga-Derby auch im Herbst wieder zu sehen bekommen.

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Rubrik: Aktuell
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