Unglückliche Niederlage in Meidling

cache/images/article_1206_spiel_140.jpg Trotz spielerischer Überlegenheit hat es für das ballesterer-Team auch im dritten Clash gegen Null Acht eine Niederlage gesetzt. Nach 90 hart umkämpften Minuten auf dem Platz der Wiener Viktoria hieß es am Sonntag 1:2 auch wenn das entscheidende Tor in der Nachspielzeit auf höchst umstrittene Weise zustande kam.
Die ballesterer-Elf rund um Ersatzkapitän Dr. Wolfgang Pennwieser präsentierte sich bei Kaiserwetter lange Zeit als die spielerisch überlegene Mannschaft. Nach Vorlage von Reinhard Handler bringt Linksverteidiger Clemens Zavarsky die Orangen bereits in der zehnten Minute mit 1:0 in Führung. Roman Stöllinger hätte diese in der Folge ausbauen können, scheitert jedoch zwei Mal alleinstehend vor Null-Acht-Keeper Martin Fetz. Die Nummer zwei unter Österreichs Fußballmagazinen kann das Match danach zwar ausgeglichen gestalten und kommt zu einigen (Halb-)Chancen, die Pausenführung für den ballesterer wird von den rund 50 Zuschauern jedoch zustimmend zur Kenntnis genommen.

Nach dem Wechsel ein ähnliches Bild: die Orangen mit mehr Spielanteilen, was Null Acht mit Einsatz und teils übertriebener Härte wettzumachen versucht. ballesterer-Sechser Handler muss nach einer rotwürdigen Attacke eines Gegenspielers mit einem lädierten Unterschenkel das Feld räumen, wenig später bezwingt Joachim Techt ballesterer-Keeper Stefan Aigner mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 1:1 (68.) gleichsam der Auftakt zu einer dramatischen Schlussphase mit Chancen im Minutentakt: Zuerst rettet ein Null-Acht-Verteidiger für seinen bereits geschlagenen Keeper auf der Linie, dann verfehlt Holger Hörtnagl mit einer Direktabnahme das Tor, ehe Abwehrchef Markus Pinter per Freistoß scheitert.

 

In der 88. Minute scheint sich das Blatt aber dann doch zum Guten zu wenden. Clemens Faustenhammer kommt nach einem Zweikampf im Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Luke entscheidet hart bedrängt von ballesterer-Bank und -Spielern auf Penalty. Andi Hagenauer tritt an, doch Fetz kann abwehren, die Nachschüsse werden abgeblockt. Im Gegenzug wird ein Null-Acht-Spieler 20 Meter vor dem Tor gelegt. Schiedsrichter Luke lässt den Ball sperren, reagiert aber nicht, als die noch nicht freigegebene Kugel von Techt zur Mitte gezirkelt und von Philipp Wolfesberger in die Maschen geköpft wird. Trotz heftiger Proteste seitens des ballesterer zählt der Treffer. Schiebungsvorwürfen tritt die Null-Acht-Abordnung mit der arroganten Behauptung entgegen, dass sie in einem etwaigen Elferschießen ohnehin die Oberhand behalten hätte.

Als sich nach dem Duschen bei einem kühlen Bier die Gemüter beruhigt haben, findet Teamchef Pennwieser Zeit, das Spiel noch einmal Revue passieren zu lassen: »Man hat deutlich gesehen, dass die Spieler heute im Kopf nicht frei waren. Einerseits bei Andi Hagenauer, der normaler jeden Elfer ins Kreuzeck knallt. Andererseits bei Simon Hirt, der sich einfach zu viele Gedanken über die Welt und den Fußball macht.« Das entscheidende Gegentor lag Pennwieser mindestens so schwer im Magen wie das eben verzehrte Knoblauchstangerl: »Über den Schiedsrichter brauchen wir kein Wort verlieren. Es wird mir immer vorgeworfen, dass ich mich so über die Schiris aufrege, aber ich sag einfach nix mehr dazu.«

Null-Acht-Trainer und -Kapitän Alois Gstöttner meinte zum dritten Sieg seiner Elf im dritten Spiel. »Eigentlich waren wir fällig, aber die Moral in meiner Mannschaft und die Cleverness, die auch zum Gewinnen dazugehört, haben den Unterschied ausgemacht. Ihr schmeißts zu leicht die Nerven weg.« Den Vorwurf der übertriebenen Härte wollten die Null-Achter so nicht auf sich sitzen lassen: »Ein gewisses taktisches Foulpotenzial ist einfach notwendig.« Am Rande der Spielbesprechung wurde aber Kritik am Führungsstil von Gstöttner laut. Ein Mannschaftsmitglied, das nicht namentlich genannt werden will: »Was mich stört ist die Machtkonzentration. Coach und Kapitän in einer Person, ohne dass es eine Wahl gegeben hätte. Dieses basisdemokratische Bewusstsein lebt der ballesterer vor, das gefällt mir.«

Am Ende also doch noch Blumen für die Geschlagenen. Beim freundschaftlichen Ausklang am Viktoria-Platz wurde aber nicht vergessen, die nächste Revanche zu avisieren. Bereits in zwei Monaten soll es zu einer Neuauflage des ewig jungen Duells kommen hoffentlich dann mit einem anderen Ergebnis.

 

Spielbericht auf der Website von Null Acht

Matchstatistik:
Null Acht ballesterer 2:1 (0:1)
Tore: Techt (68.), Wolfesberger (90+.); Zavarsky (10.)
Platz der Wiener Viktoria, Zuschauer: 50
ballesterer mit: Stefan Aigner; Georg Spitaler, Markus Pinter, Clemens Zavarsky; Clemens Faustenhammer, Reinhard Handler, Raphael Gregorits, Andreas Hagenauer, Wolfgang Pennwieser, Roman Stöllinger, Matthias Sramek; Holger Hörtnagl, Mario Sonnberger, Emanuel Van den Nest, Simon Hirt

Referenzen:

Rubrik: Aktuell
ballesterer # 120

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