Vercoacht von höchster Stelle?

Fußball hat nichts mit Politik zu tun? Warum coacht dann Frankreichs Premierminister mit Argentinien den gefährlichsten Konkurrenten aus dem Bewerb?
Klaus Federmair | 04.07.2006


Irgendwas hat mich am Auftreten von José Pekerman immer schon gestört. Da sitzt ein hochseriöser Mann in Anzug und Krawatte auf der argentinischen Betreuerbank und spricht bestimmt aber ruhig mit seinem Co-Trainer. Irgendwie sieht es eher nach einem Politikerbriefing für den Ministerrat aus als nach Coaching eines WM-Spiels.

Warum nur? Vielleicht, weil es sich tatsächlich nicht um einen Fußballtrainer sondern um einen Politiker handelt? Etwa um den französischen Premierminister Dominique De Villepin (besonders viel Mühe scheint sich das Umschminkkommando ja nicht gemacht zu haben)? Wollte da einer mit einem WM-Titel von innenpolitischen Problemen ablenken? Ist es Zufall, dass sich Frankreichs gefährlichster Titelkonkurrent gegen eine mittelmäßige deutsche Mannschaft im Elfmerterschießen selbst aus dem Bewerb befördert? Warum erklärt Argentiniens Teamchef nach der Niederlage überhastet seinen Rücktritt? Hat es ein Premierminister tatsächlich nötig auf der Startseite seiner Homepage täglich quasi ein Alibi zu veröffentlichen, um aller Welt mitzuteilen, wo er sich tagsüber immer aufhält (siehe http://www.premier-ministre.gouv.fr/)?

Referenzen:

Rubrik: WM-Tagebuch
ballesterer # 121

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