Vladimir hatte recht!

cache/images/article_1470_uruguay_140.jpg WM-BLOG Uruguay hat die Gruppenphase erfolgreich überstanden: Zeit, die ventilierten Prognosen zu überprüfen und einen kurzen Ausblick auf den weiteren Turnierverlauf zu wagen. Um im Achtelfinale gegen Südkorea zu bestehen und die ruhmreiche WM-Geschichte fortzusetzen, stehen Außenverteidiger Fucile jedenfalls noch einige hässliche Tanzpartnerinnen bevor.

Hannes Gaisberger | 26.06.2010
Nehmen wir uns die Statistik zur Brust: seit 1970 hatte Uruguay von 17 WM-Spielen nur eines gewonnen. Das ist passé. Mit den zwei Siegen gegen Südafrika und Mexiko reichte es diesmal gar für den Gruppensieg. Die »Celeste« ging schon zweimal als Gruppenerster in die Finalspiele: 1930 und 1950. Brauche ich noch einen Zaunpfahl?


Damian Didonatos »Eliminador« sagt ja einen WM-Titel für Uruguay voraus und vielleicht ist ja doch was dran an seiner Hemisphären-Theorie. Wäre noch Vladimir aus Peru, der hauptberufliche Astrologe und Online-Kartenleger. Im Detail liegt er schon mal daneben, aber er hat immerhin mit Mexiko und Uruguay die richtigen Achtelfinalisten vorausgesagt. Dafür meinen Respekt.


Aber was zählt schon mein Wort. Ich tönte immerhin, dass »ein Sturm-Duo, um das einen ganz Europa beneidet, nämlich Diego Forlán und Luis Suárez, auch nicht viel ausrichten kann, wenn der Rest der Mannschaft bieder spielt.« Doch sie haben nicht nur bieder gespielt, sondern im Rahmen ihrer Möglichkeiten äußerst clever. Daher werden sie, das haben pflichtgemäß Trainer wie Spieler betont, auch die nächsten Spiele mit höchstem Ernst und Konzentration an die Sache gehen. Mit Südkorea im Achtelfinale, und den USA oder Ghana in einem möglichen Viertelfinale scheint die Chance größer denn je, nach 60 Jahren neue Kapitel in der so ruhmreichen, doch reichlich angestaubten WM-Geschichte des Landes zu schreiben.


Óscar Washington Tabárez, der Uruguay schon vor 20 Jahren bei der WM in Italien betreut hatte und damals ebenfalls das Achtelfinale erreichen konnte, weiß sich auszudrücken. Nach dem 1:0 gegen Mexiko hob er die Leistung von Jorge Fucile, der speziell für den gefährlichen Giovani Dos Santos abgestellt war, mit folgenden Worten hervor: »Er war fantastisch, denn er musste mit der Hässlichsten tanzen.«


Der erfahrene Betreuer (u.a. Ex-Trainer von AC Milan und den Boca Juniors) wird sich auch für die Südkoreaner wieder etwas einfallen lassen. Ihre physische Stärke hob er bereits hervor, glaubt aber, eine Schwäche in der Defensive entdeckt zu haben. Damit Spieler, Fans und Journalisten noch auf dem Teppich bleiben, stapelte er bei der Pressekonferenz tief: »Wir dürfen nicht glauben, dass sich wegen zwei Siegen hintereinander unsere Schwächen in Luft auflösen. Wir sind eine Mannschaft, für die keine Gegner leicht ist. Wir können gegen jeden verlieren. Aber wir sind momentan auch in der Lage, für jede Mannschaft unangenehm zu sein.«

ballesterer # 121

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