Walter Weis ein Blick zurück

Am 23. Dezember verstarb der langjährige Austria-Funktionär Walter Weis. Anlässlich des 100-jährigen Klubjubiläums ließ der 90-Jährige in der März-Ausgabe des ballesterer große Momente der Klubgeschichte Revue passieren von Matthias Sindelar bis heute.
Mario Sonnberger | 27.12.2011
Der 1921 geborene Walter Weis kam im Zuge der Fusion 1974 als Funktionär des WAC zur Wiener Austria. Im Brotberuf kaufmännischer Angestellter, hatte er bei den Athletikern ehrenamtlich als Jugendleiter, Kassier und Sektionsleiter fungiert. Bei der Austria stand er sowohl den Profis als auch den Amateuren und Jugendteams als Betreuer zur Seite. Das Europacupfinale 1978, einen der größten Momente der violetten Klubgeschichte, erlebte er hautnah mit. Und er war wohl einer der letzten Austrianer, der die beiden Genies Sindelar und Prohaska spielen sah. Mit dem ballesterer teilte er seine »violetten Erinnerungen«:


Ich war in den Siebzigern Betreuer der Ersten Mannschaft und bin zu allen Spielen im In- und Ausland mitgefahren. Auch damals zum Endspiel im Europacup nach Paris. Schon das Erreichen des Finales war ja ein Erlebnis. Da waren die Legenden alle mit dabei: Sara, Prohaska, Parits,


Als ich noch jung war, habe ich den Sindelar auch noch spielen gesehen. Ich hatte seinerzeit eine riesige Sammlung mit Unterschriften von ihm, Sesta, Nausch, und wie sie alle hießen. Sindelar war eine interessante Figur mit seiner Intelligenz und seinem Können. Ich war damals mit meinem Vater bei einem Ländermatch auf der Hohen Warte und bei ein, zwei Austria-Partien auch noch. Die Austria hat damals auf dem Nicholson-Platz vor 15.000 Zuschauern gespielt da war es immer voll.


Es war eine andere Zeit damals, eine andere Spielart und Spielweise. Dieser Fußball ist mit dem heutigen fast nicht vergleichbar. Aber Sindelar hatte einen phänomenalen Stil, das muss ich schon sagen. Das Besondere an ihm war die überragende Technik. Mit ein paar Spielzügen hat er sich freigespielt. Das robuste und kämpferische Spiel, das man heute sieht, gab es ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht. In der Bewegung war Sindelar vielleicht langsamer, aber von der Spielweise her könnte man ihn durchaus mit einem Herbert Prohaska vergleichen.

ballesterer # 121

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