»Wir waren nicht komplett chancenlos«

cache/images/article_2020_ogris_vorschau_140.jpg BRASILIEN Austria-Legende Andreas Ogris war beim letzten Auftritt des fünffachen Weltmeisters Brasilien 1988 im Wiener Praterstadion dabei. An das 0:2 erinnert er sich nur mehr verschwommen, der Ex-Internationale setzt mit einem Versprechen aber Marcel Koller und die ÖFB-Elf für die ausstehenden WM-Qualifikationsspiele unter Druck.
Clemens Zavarsky | 12.02.2013
ballesterer: Herr Ogris, lang ist es her, dass sich Österreich mit Brasilien gemessen hat. Sie waren 1988 dabei, was ist Ihnen von dem Match im Prater noch in Erinnerung?
ANDREAS OGRIS: Ich weiß noch, dass wir uns gar nicht so schlecht präsentiert haben. Aber die Brasilianer waren bärenstark, obwohl sie damals soweit ich mich erinnern kann gar nicht mit der ersten Garnitur, sondern mit der Olympia-Auswahl, angetreten sind. Aber technisch gesehen war egal, ob da der erste oder der zweite Anzug spielt.
Im Spielfilm der APA wird Ihnen die erste Torchance zugeschrieben, der Matchbericht lobt Sie als ständigen Gefahrenherd. Wie nah waren Sie einem Tor gegen den Rekordweltmeister?
An die Torchance selbst kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich weiß, dass ich nicht schlecht ausgeschaut hab. Wir waren nicht komplett chancenlos, sind aber unglaublich viele leere Kilometer gelaufen, weil wir uns mit dem Kurzpassspiel und der Technik der Brasilianer sehr schwer getan haben. Und sie haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Das erste ziemlich kurz nach der Pause (57., Edmar, Anm.). Dann haben wir aufgemacht, weil wir ja auch einen Knopf machen wollten, und eben irgendwann das Zweite kassiert (87., Jorgen Andrade, Anm.).
Wer hat Sie gedeckt? Und haben Sie Freundlichkeiten mit Ihrem Gegenspieler ausgetauscht?
Nein, ich weiß nicht mehr, wer mich gedeckt hat, aber das ist ja auch schon mehr als 20 Jahre her. Und Freundlichkeiten hab ich mit meinen Gegenspielern sowieso nie ausgetauscht. Wir haben eher andere Sachen ausgetauscht ... (lacht)
Der Walzer hat dem Samba damals nicht Paroli bieten können, das Team hat sich aber achtbar aus der Affäre gezogen. Wie würde das heute ausschauen, wenn Österreich auf Brasilien trifft?
Wir würden ganz und gar nicht gut ausschauen. Man muss sich nur die Wales-Partie vergangene Woche vor Augen führen. Wir waren nicht schlecht, aber wenn du nicht zum Abschluss kommst, dann ist es egal, wer dein Gegner ist, dann bist du immer Zweiter. Deswegen hab ich auch nicht verstanden, warum der Teamchef Philipp Hosiner nicht gebracht hat. Gegen diese hüftsteife, walisische Verteidigung wäre ein quirliger Spieler wie er kein Nachteil gewesen.
Haben Sie ihr Flugticket zur WM 2014 schon gebucht?
Nein, aber ich verspreche: Wenn wir uns qualifizieren, sitze ich im ersten Flieger nach Brasilien.

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Rubrik: Aktuell
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