Ein Wochenende unter dem Zeichen des Feuers ging zu Ende.
Wer zündelt darf sich nicht wundern wenn es brennt. Und gezündelt wurde recht ordentlich vor dem Derby, so sehr, dass man schon im Vorfeld so eine Ahnung hätte haben können. Sogar in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wo der österreichische Fußball nur unter den Notizen besprochen wird, wurde dem Duell Didulica - Lawaree ein eigener Artikel gewidmet. Nur in Wien wollte man wieder einmal nicht glauben, was nicht sein darf. So ging man trotz Sicherheitsstufe rot recht blauäugig ans Werk. Wenn der Sicherheitsdienst nicht in der Lage ist die Taschen der Besucher zu kontrollieren, muss man sich über die Qualität der Arbeit der Hilfssheriffs ernsthaft Gedanken machen.
Nach den grausigen Ereignissen im Horrstadion wird nun traditionell der Ruf nach Repression und Stadionverboten laut. Recht ideenlos sind sich dann die Verantwortlichen inklusive Medien einig wie man gegen derartige Ausschreitungen vorgehen soll. Schuld sind die Fans, welche mit "so genannte" betitelt werden und diese müssen weg.
Videobeweise helfen dabei und mindestens zehn, zwanzig oder fünfzig Stadionverbote sollen ausgesprochen werden, sonst sind die dreißig Minuten Anpfiffverschiebung nicht gesühnt und der Volkszorn nicht bezähmt.
Ob man mit diesen Maßnahmen den Brand zum Erlöschen bringt oder nur weiter Öl ins Feuer gießt werden die nächsten Monate zeigen.