Zeit der Auf- und Abstiege

cache/images/article_823_shaun_ivan_140.jpg Die Union Saint Gilloise ist abgestiegen. Da ist selbst der Aufstieg des AFC Wimbledon nur ein schwacher Trost.
Klaus Federmair | 09.05.2008
So schön hat dieses sonnige Wochenende angefangen. Der AFC Wimbledon hat im entscheidenden Playoff-Spiel in Stains in den Schlussminuten das Spiel gedreht und den Aufstieg in die Conference South fixiert. Damit fehlen dem 2002 nach der Absiedelung ihres Vereins von Fans neu gegründete AFC nur noch zwei Aufstiege zur Erfüllung seines Zehnjahresplans: des Aufstiegs von der untersten Spielklasse in die vierstufige englische Profiliga.

Scheinbar ein gutes Omen für unseren frühsommerlichen Ausflug von Brüssel zum ebenfalls entscheidenden Auswärtsmatch der Union Saint Gilloise beim Konkurrenten im Abstiegskampf, KV Oostende. Die belgische Bahn hat den Ansturm auf die Strände für den ersten warmen Sonntag des Jahres vorhergesehen und eine Extraverbindung 2 Minuten vor Planabfahrt unseres Zugs eingeschoben.

Im Zug finde ich meine zwei Reisebegleiter im Partnerlook: Zur Feier des Wimbledoner Triumphs vom Vortag trägt nicht nur der Engländer Shaun, AFC-Fan der ersten Stunde, sondern auch Union-Webmaster Ivan ein Wimbledon-Trikot. Zum Glück sind die Farben beider Klubs Blau und Gelb.

In Oostende treffen wir auf weitere Unionisten und essen in einem Strandlokal, das mit einem Union-Wimpel lockt. Kurz vor Spielbeginn stößt Mark zu uns, der tags zuvor seinen Luton Town FC verlieren und endgültig absteigen sah. Ein schlechtes Omen?

Unter den gut 3.000 Zuschauern beim Abstiegsduell der zweiten belgischen Liga befinden sich auch an die 200 Union-Fans. Neben uns stehen die zwei für den Auswärtsblock abgestellten Polizisten. Sie fiebern auf niederländisch mit Oostende mit, diskutieren aber freundlich mit uns das Spielgeschehen auf französisch, wie es die Gastfreundschaft gebietet.

Die Stimmung ist gut, Unions Spiel leider wieder einmal ziemlich schlecht. Oostende setzt sich relativ klar mit 3-1 durch uns stößt Union in die dritte Liga.

Der Abschied aus der Hafenstadt ist irgendwie die Umkehrung der Ankunft. Wir trinken als Absteiger noch ein Bier in einem Pub, essen an den Fischständen am Weg zum Bahnhof und erfahren dort nicht etwa den Einschub eines zusätzlichen Zuges, sondern dass einer einfach nicht fährt. Ein klarer Abstieg im Vergleich zum erstklassigen Service am Vormittag, wahrscheinlich ein Vorgeschmack auf drittklassigen Fußball im nächsten Herbst.

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Rubrik: Flachlandkick
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