VfR Fischeln – KFC Uerdingen

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19. September 2015
Grotenburg-Stadion
Zuschauer: 2.785
Resultat: 0:2

Gerrit Starczewski | 13.10.2015

Stadtteilderby am unteren Niederrhein. Fischeln gegen den großen Nachbarn aus Uerdingen. Vor einigen Jahren lockte das Spiel noch über 7.000 Zuschauer an, heute, in der fünftklassigen Oberliga Niederrhein, kommen immerhin 2.785 Fans ins Grotenburg-Stadion. Vor dem Spiel ist die große Frage, ob unter ihnen auch Pete Doherty ist. Der „Libertines“-Sänger lebte in seiner Kindheit in der Nähe des Stadions, schwärmt noch immer vom Stadionimbiss und dem Grotifanten, dem bekanntesten Maskottchen Deutschlands. Seit Kurzem ist er Ehrenmitglied des KFC Uerdingen.

Das Spiel selbst ist langweilig, nur der Grotifant ist hellwach und will die Stimmung vom Zaun aus anheizen. Ein KFC-Fan klettert ebenfalls hinauf – und reißt dem Grotifanten den Kopf ab. Der kopflose Elefant klettert in den Fanblock und rennt durch den Sektor, um den Kopf-abreißer zu packen. Es fliegen einige Becher, Fans beginnen, sich zu prügeln. Mittendrin ein kleines Kind, das freudig den Elefantenkopf in die Höhe reckt. Nach einigen Minuten taucht der Grotifant wieder im Innenraum auf, trägt den Kopf in den Händen, schmeißt ihn zu Boden und tritt gegen die Bande. Es könnte Pete Doherty sein, doch der Mann im Kostüm ist schon jenseits der 50. Er stülpt den Kopf wieder über und klatscht mit seinen großen Plüschhänden. Dann wirft er den Kopf erneut von sich. Offenbar von den Ereignissen – oder dem Adrenalin – überwältigt. Auch nach Spielende ist der Grotifant Gesprächsthema Nummer eins. Ich erfahre, dass das Maskottchen ein eigenes Grotifantenzimmer mit pinken Wänden hat und in Vereinsbettwäsche schläft.

Referenzen:

Heft: 106
Rubrik: Groundhopping
ballesterer # 120

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