USC Paloma – Bramfelder SV

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14. August 2016

Jonny-Rehbein-Sportplatz

Zuschauer: 180

Resultat: 0:3

Rainer Druckenthaner | 12.09.2016

Was man seinen Geschwistern nicht alles zu verdanken hat. Vom Wohnzimmerfenster meiner großen Schwester aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Spielfeld des USC Paloma. Ich lasse mich also nicht zweimal bitten, an diesem Sonntagvormittag geht es in den von Bäumen und Schrebergärten gesäumten Käfig. Auf dem Programm steht Hamburger Landesligafußball.

Die Atmosphäre ist verschlafen familiär, als Österreicher falle ich den Stammgästen umgehend auf, werde anfangs ungläubig beäugt, bei einem Frühstücksbier bricht das Eis jedoch schnell. Das Meisterschaftsspiel zwischen Paloma und dem Bramfelder SV wird von einem großen Teil der Zuschauer quasi nebenbei verfolgt. Man plaudert bei Astra und der guten und fast geschenkten Thüringer Wurst, großes Gesprächsthema ist die inferiore Leistung des FC Sankt Pauli vom Vortag, der gegen Eintracht Braunschweig 0:2 verloren hat. Überhaupt ist Sankt Pauli auf dutzenden Shirts und Kappen vertreten, oftmals kombiniert mit Paloma-Devotionalien. Was andernorts unmöglich, fast ungehörig erscheint, findet hier breiten Konsens.

Das Spiel selbst ist trotz guter kämpferischer Leistung des Heimteams, von dessen Spielaufbau sich die Paulianer wohl besser ein Scheibchen abgeschnitten hätten, fest in der Hand der Bramfelder. Nach dem 0:1 zur Pause legen die Gäste in der zweiten Halbzeit noch zweimal nach und fahren einen verdienten Sieg ein. Die Zuschauer lassen sich den ersten regenfreien Tag der Woche durch so etwas jedoch nicht verderben. Sie verabschieden ihre Mannschaft mit aufmunternden Worten und ringen dem Gast aus Österreich das Versprechen ab wiederzukommen. Garantiert!

(Rainer Druckenthaner)

Referenzen:

Heft: 115
Rubrik: Groundhopping
ballesterer # 120

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