Allzu oft geben mir die Herrschaften auf dem Rasen zunächst allerdings nicht den Grund, den feschen Fetzen zu schwenken. Das weitaus ansprechendere kulinarische Pausenprogramm entschädigt. Ein Dreiviertelliter Bier und eine gigantische Grillwurst namens »Støre Klaus« entlassen mich gestärkt in die zweite Halbzeit. Der letzte Bissen »Klaus« hat meine Speiseröhre noch nicht durchwandert, da scheppert es bereits im Aarhuser Gehäuse. Nach dem 0:1 verflacht die Partie allerdings wieder, und ich konzentriere mich auf die Gesänge. Neben Klassikern wie »Shall we sing a song for you?« sorgt besonders ein Chant für rege Beteiligung. »Die Pussys in Aarhus sind so hässlich, dass sie nur zehn Kronen kosten«, übersetzt mir mein Trainer das derbe Dänisch.
Zehn Minuten vor dem Ende gleichen die Gastgeber aus, und zum ersten Mal ist die Heimkurve auch akustisch wahrnehmbar. In der Nachspielzeit überschlagen sich dann die Ereignisse: Erst donnert ein Aarhus-Stürmer die Kugel an die Stange, im Gegenzug macht es Thomas Enevoldsen besser und fixiert den Auswärtssieg. Die Kurve steht Kopf, und wir tanzen Pogo zu »Popcorn«. Mein Aarhus-Schal wurde seither nicht wiedergesehen. [agra]






erscheint am 12. Juli 2013.
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