Groundhopping

Highbury
04-12-04
Zuschauer: 38.064
Resultat: 3-0
Gastautor | 06.03.2006
Klack - klack - klack - klack« - die Sitzplatzkultur in englischen Stadien hat eine eigene Geräuschkulisse mit sich gebracht. Bei jeder Arsenal-Chance vor der North Bank erheben sich die ansonsten hockenden Massen, um ja nicht ein mögliches Tor zu versäumen. Mehrere tausend Klappsessel schnellen fast gleichzeitig nach oben und ein tausendfaches Rattern ist zu vernehmen. Was die support-technische Soundkulisse betrifft, wirkt es sich negativ aus, dass es im Highbury-Stadion keine klassische Fantribüne mehr gibt. Chants werden aus verschiedensten Ecken angestimmt, manche verbreiten sich erfolgreich, der Großteil aber verpufft. Dafür funktioniert der Wechselgesang zwischen den Tribünen (»We're the North Bank - We're the Clock End - We're the East Stand Highbury«) ausgezeichnet. Gegen den Gegner wird nichts gesungen, nur der verhasste Nachbar Tottenham ist Ziel so mancher Schmähung.
Pires und zwei Mal Henry sorgen gegen die unspektakulär agierenden Blues aus Birmingham für einen klaren 3:0-Sieg, der eigentliche Gesprächsstoff vor und nach der Partie ist aber die aufflammende Tormanndiskussion: Der Spanier Almunia erhielt den Vorzug gegenüber Lehmann, bringt aber beim Stand von 1:0 durch einen argen Lapsus die Gäste fast wieder ins Spiel.
Zur Highbury experience gehört weit mehr als nur die 90 Minuten Fußball. Ein Pint in der Gunners Tavern etwa, genauso das Schlendern durch die Straßen rund um den Ground, wo die Stände der Fanartikel- und Souvenirhändler in den Vorgärten der angrenzenden Häuser für Jahrmarktatmosphäre sorgen. Das Stadion selbst wirkt auf sympathische Art altertümlich, vor allem die Seitentribünen mit ihren hohen Säulen und alten Wänden strahlen Tradition aus. Ein wichtiger Teil Fußballkultur wird verloren gehen, wenn die Gunners 2006 ihr neues Heim beziehen, dessen Baukräne von der North Bank aus schon zu sehen sind. [mex]

Referenzen:

Heft: 16
Rubrik: Groundhopping
ballesterer # 82

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