Die Stimmung im nicht einmal halb vollen Stadion ist dem Anlass entsprechend gemütlich. Kontrollen gibt es keine, Familien verspeisen ihre selbst mitgebrachten »sandvitxs«, Touristen schießen Erinnerungsfotos. Aus den schwach besetzten Fansektoren ist kaum etwas zu hören. Für ein bisschen Stimmung sorgen die drei auf die Ränge verteilten, teilweise Pogo tanzenden Blasmusikkapellen. Nach einer sehr matten ersten Halbzeit begleitet ein wüstes Pfeifkonzert die wegen ihrer rotblauen Trikots »blaugranas« genannten Spieler in die Kabine. Das außerordentlich unterhaltsame Pausenkonzert einer ebenfalls beim Musizieren tanzenden Hochgeschwindigkeitsblasmusikkapelle muntert das Publikum wieder auf.
In der zweiten Spielhälfte löst die Einwechslung von Mendieta und Saviola Begeisterungsstürme aus, und nach ein paar guten Aktionen, vor allem des mit der Nummer 10 debütierenden Argentiniers Riquelme, beginnt das gesamte Publikum mit dem aus Funk und Fernsehen bekannten »Barça klatsch, klatsch, klatsch«. Kurz vor Schluss köpfelt Rochemback das standesgemäße 1:0, die Welle rollt durch das Stadion, und die Barça-Fans gehen zufrieden nach Hause. Fazit: die Trofeu Gamper 2002 war für den anspruchsvollen Touristen zum Preis von 27 bis 30 Euro eher ein Nepp. Gute Blasmusik gibt es anderswo billiger. Wer gerade während der sommerlichen Ligapause ins Camp Nou pilgert, ist aber selber schuld.






erscheint am 12. Juli 2013.
Abo bestellen