Im »Den« einem typisch englischen Stadion der frühen 90er-Jahre warten dann ein paar Überraschungen, die einem in Erinnerung rufen, warum gerade in England die unteren Ligen zuschauermäßig so ein Erfolg sind: Es ist nämlich möglich, richtiges, also alkoholhaltiges Bier mit einer Zigarette zu genießen (so man will). Beides keine Selbstverständlichkeit in Englands Stadien des 21. Jahrhunderts. Angesichts einer sowohl fußballerisch als auch stimmungsmäßig entsetzlich langweiligen ersten Hälfte kann ich gut damit leben, das Bier im Bauch der Fantribüne trinken zu müssen und die ersten zehn Minuten nach der Pause nur auf den Monitoren zu verfolgen. In den Katakomben des Stadions ist die Stimmung plötzlich richtig gut Riesenjubel brandet auf, als das 0:1 von West Ham über die Bildschirme flimmert, und zum ersten Mal zeigt sich die Kraft, die im Millwall-Block schlummert. Ich bedauere, dass der Gegner nicht West Ham oder Charlton heißt, sondern eben Chesterfield, das nur von 50 Auswärtsfans begleitet wird.
Die Stimmung in der zweiten Hälfte ist besser, und als Millwall in der 89. Minute den Siegestreffer schießt, wird das Abstiegsgespenst lautstark verabschiedet. Das mag angesichts der letzten Resultate seine Berechtigung haben, dafür kreist der Pleitegeier wieder über dem Stadion: Laut Times fehlen 7,5 Millionen Euro. [oopsie]






erscheint am 12. Juli 2013.
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