Real Esteli FC – 
Chinandega FC

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30. Jänner 2016

Estadio Independencia

Zuschauer: ca. 250

Resultat: 0:0

Vedad Lubenovic | 09.03.2016

Im Hostel in Esteli höre ich zufällig, wie zwei Personen über das heutige Match zwischen Real Esteli, das bereits in der dritten Meisterschaftsrunde als Titelanwärter gehandelt wird, und dem Chinandega FC diskutieren. Die Besichtigung der größten Stadt im Norden Nicaraguas muss kurzerhand dem Groundhopping weichen. Nach einem kurzen Spaziergang erreiche ich schon das Estadio Independecia, das nur einige hundert Meter Luftlinie vom Stadtzentrum entfernt liegt. Derzeit wird das Stadion saniert, nach Fertigstellung wird es die Spielstätte sicher mit vielen Stadien des österreichischen Profifußballs aufnehmen können. Die überdachte Heimtribüne lässt erahnen, wie die Gerade nach ihrer Fertigstellung aussehen wird. Obwohl das Gerüst schon steht, fehlt neben dem Dach auch noch die Bestuhlung, also nehme ich wie etwa 100 andere Zuschauer auf dem Betonfundament der Haupttribüne Platz.

Die ungleiche Rollenverteilung der Mannschaften spiegelt sich von Beginn an auf dem Platz wider. Esteli drückt auf das 1:0, kann den Schlussmann Chinandegas aber nicht überwinden. Als in der 28. Minute ein zweifelhafter Handselfmeter für die Heimmannschaft gepfiffen wird, scheint die Zeit für die Führung gekommen zu sein. Estelis Nummer 10, Samuel Wilson, läuft an und lupft den Ball an die Stange. Die Lässigkeit in der Ausführung zieht lauten Protest der Fans nach sich. Kurz vor der Pause hat Esteli dann abermals Pech, als ein von der Strafraumgrenze getretener Freistoß nur das Lattenkreuz trifft. Chinandega kann sich mit einem 0:0 in die Halbzeit retten.

Die seit Spielbeginn unaufhörlich tönenden Gesänge und Trommelrhythmen der Heimfans auf der Hintertortribüne werden in der Pause von Reggaeton aus den Stadionlautsprechern abgelöst. Mit einem frischen Bier in der Hand entschließe ich mich, die Tribüne zu wechseln. Die zweite Halbzeit verfolge ich inmitten der Anhänger hinter dem Tor. Estelis Überlegenheit ist in jeder Aktion sichtbar: Die Mannschaft kombiniert sich spielend durch die gegnerischen Reihen, einzig der Abschluss will nicht gelingen. Irgendwann schaltet das Heimteam dann einen Gang runter, und auch die lautstarken Fans schaffen es nicht, das Spiel vor dem Einschlafen zu bewahren. So trennen sich die Teams unentschieden, womit einzig die Mannschaft von Chinandega und die etwa 40 mitgereisten Anhänger zufrieden sein können.

Referenzen:

Heft: 110
Rubrik: Groundhopping
ballesterer # 115

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Der nächste ballesterer fm erscheint am 20.10.2016.

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