SC Condor - Altona 93

cache/images/article_2254_altona_140.jpg 16. Februar 2014
Sportpark Oldenfelde
Zuschauer: 230
Resultat: 2:0
Moritz Ablinger | 13.03.2014

Man braucht schon ein bemerkenswertes Geschichtsverständnis, um 1956 einen Sportklub zu gründen und ihn Condor zu nennen. Immerhin hieß die Geheimoperation der Nazis im spanischen Bürgerkrieg genauso. Der Verein im Hamburger Stadtteil Farmsen soll aber eher an Ornithologie interessiert sein: Er ist nach dem großen Vogel benannt.


Ein ziemlich lustiger Vogel dürfte auch den Spielplan der Hamburger Oberliga erstellen - das Spiel der fünften Spielklasse beginnt um 10.45 Uhr. Aber selbst das Morgengrauen verhindert nicht, dass die Partie auf den benachbarten Ascheplatz verlegt wird. Die Gäste vom Altonaer FC verstehen den harten, unebenen Boden als Aufforderung, jeden Ball möglichst schnell in Richtung Sechzehner zu dreschen. Nachdem das die ersten 25 Minuten noch für Gefahr sorgt, besinnt sich die Condor-Innenverteidigung auf ihren Vereinsnamen und dominiert das Geschehen in der Luft.


Die Fans aus Altona, die immerhin gut vier Fünftel des Publikums stellen, probieren es mit einer Verunsicherungstaktik. "Eure Brüder sind Geschwister!", hallt immer wieder durch den Sportpark Oldenfelde. Die Gesänge der Fans zeigen aber ebenso wenig Wirkung wie das Kick and Rush auf dem Platz. Das Spiel endet 2:0 für den SC Condor, der Tormann der Heimmannschaft zeigt sich begeistert. Nicht nur ist seine 90-minütige Schreitirade die einzig nennenswerte Form des Heimsupports, er sprintet außerdem nach jedem Treffer in Richtung Betreuerbank, um dort in die Arme seines Trainers zu fliegen - ganz wie ein großer Vogel.

Referenzen:

Heft: 90
Rubrik: Groundhopping
ballesterer # 120

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