Rückschritt als Fortschritt

cache/images/article_2180_gassler_140.png Der SK Rapid wurde 1899 als Mitgliederverein gegründet. Seine Mitglieder standen seither immer in der Pflicht: Sie mussten alte Vorstände entlasten und neue wählen, Zukunftsentscheidungen treffen, also kurz: Verantwortung übernehmen.
Thomas Gaßler | 17.10.2013

Am 23. September 2013 fand bei Rapid eine außerordentliche Generalversammlung statt, über 700 Mitglieder hatten diese mit ihren Unterschriften einberufen. 1.400 der rund 7.000 Mitglieder kamen zur Veranstaltung, bei der die Vorschläge einer auch aus Mitgliedern bestehenden Reformkommission beschlossen wurden: Ab sofort gibt es jährliche Generalversammlungen, stärkere demokratische Rechte bei der Präsidentenwahl, und das Wappen wird in den Statuten verankert.

Liebe Rapidler, das ist löblich, aber kein Grund zur Ekstase. Schon andere Vereine haben mit demokratischen Methoden undemokratische Strukturen geschaffen. Der FC Tirol lässt grüßen. Dort sorgte der verantwortliche Manager für einen 65-Millionen-Euro-Konkurs. Eine solche Entdemokratisierung wieder rückgängig zu machen, ist nicht leicht. Zumindest den ersten Schritt in die richtige Richtung hat der SK Rapid jetzt gesetzt: ein Rückschritt, der einen wirklichen Fortschritt bedeutet.

 

Jetzt stehen die Mitglieder in der Pflicht, sie müssen weiterhin Verantwortung übernehmen und die Skeptiker im Verein überzeugen. Dann eröffnet sich ein für österreichische Verhältnisse einmaliges Potenzial. Ein strukturiertes Miteinander von Mitgliedern und Funktionären würde den Verein unschlagbar und zum Vorbild anderer Klubs machen. Im "Rapideum" steht es doch in großen Lettern geschrieben: "Gemeinsam - Kämpfen - Siegen." Der Weg dorthin ist noch lange und steinig.

Referenzen:

Heft: 86
Rubrik: Kommentare, Serien
Verein: SK Rapid
ballesterer # 120

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