Das Trinken

cache/images/article_2136_penn_140.jpg Der Sommer ist heiß. Fußball gespielt wird trotzdem, mitunter am Nachmittag bei 36 Grad Celsius. Das ist vertrottelt, aber die Diktatur des Fernsehens will das so. Trinken ist bei solchen Bedingungen ganz besonders wichtig.
Wolfgang Pennwieser | 14.08.2013
Wer Fußball spielt, kommt hoffentlich ins Schwitzen. Wenn wir uns bewegen, wird uns warm. Beim Sport wird so viel Wärme produziert, dass der Körper die Wärme abgeben muss, um seine Temperatur zu regulieren. Deshalb schwitzt man. Das ist notwendig, da der Mensch bekanntlich ein Warmblüter ist. Er muss seine Eigentemperatur unabhängig von der Außentemperatur konstant halten. Mit dem Schweiß geht nicht nur Wärme, sondern auch Flüssigkeit verloren, die der Sportler seinem Körper wieder zuführen muss. Dafür trinkt man. Untersuchungen zeigen, dass ein Wasserverlust von bereits zwei Prozent des Körpergewichts die Leistungsfähigkeit deutlich herabsetzt. Im Fußball hat man diese zwei Prozent - das sind etwa 1,5 Liter - schnell herausgeschwitzt. Der Maradona Diego soll nach einem Spiel an die vier bis fünf Kilo weniger gewogen haben als zuvor. Eine solche Flüssigkeitsmenge kann der Kicker während eines Matches nicht ersetzen. Der Spieler sollte aber alle 15 bis 20 Minuten einen guten Viertelliter trinken, also auch während des Spiels. Schiedsrichter, die Trinkpausen anordnen, sind zu loben. An heißen Sommertagen am besten zwei pro Halbzeit.

Nicht drinnen, was draufsteht
Das Trinken ist im Sport inzwischen schon fast eine eigene Wissenschaft geworden. Darüber, wie viel, wann und besonders was der Sportler zu trinken hat, scheiden sich die Geister. Einigkeit herrscht darüber, dass Trinken schon in der Früh beginnen soll. Im Schlaf verliert man bis zu einem halben Liter Flüssigkeit, diese Flüssigkeit gehört gleich nach dem Aufstehen ersetzt. Die Frage, ob neben Tee auch Kaffee dazu geeignet ist, beantwortet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eindeutig: »Das Getränk Kaffee ist ein wichtiger Teil der täglichen Gesamtwasserzufuhr. Die Geschichte vom Kaffee als Flüssigkeitsräuber beruht auf einem Irrtum, ist also eine Mär.« Für den Sport sollten freilich andere Getränke konsumiert werden. Die Industrie bietet eine Unzahl an verschiedenen Durstlöschern an. Das in jeder Hinsicht ideal zusammengesetzte Sportgetränk wurde zwar noch nicht entwickelt, es gibt aber einige brauchbare Isodrinks auf dem Markt.

Böser Zucker
Im Vergleich zu reinem Wasser oder Mineralwasser sorgen isotonische Getränke neben der Wasserzufuhr auch für eine gute Energie- und Elektrolytversorgung. Energie in Form von Kohlehydraten ist wichtig, auch damit man sich am Ende der zweiten Halbzeit noch konzentrieren kann. Ein Sportgetränk kann aber nur effektiv sein, wenn es schnell vom Körper aufgenommen wird. Zu viel Zucker ist dafür schlecht. Reine Fruchtsäfte, Softdrinks und Energydrinks sind daher für Sportler ungeeignet. Auch wenn Red Bull draufsteht, ist in den Trinkflaschen der Salzburger Spieler höchstwahrscheinlich etwas anderes drinnen. 100 Milliliter Red Bull enthalten laut Herstellerwebsite elf Gramm Saccharose und Glukose. Ein guter Zuckergehalt für Sportgetränke liegt bei etwa sechs bis acht Prozent. Alles, was weit darüber liegt, fällt eher unter die Kategorie Süßspeisen. Und süß soll beim Fußball nur der Sieg schmecken.

Referenzen:

Heft: 84
Rubrik: Serien
ballesterer # 121

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