Dr. Pennwiesers: Adipositas

So mancher Fußballer hat nicht nur mit dem Ball, sondern auch mit seinem Gewicht zu kämpfen. Die Wohlstandserkrankung Fettleibigkeit (»Adipositas«) macht vor den Drehkreuzen der Fußballstadien nicht Halt. In der Notfallambulanz erfahren wir dieses Mal, wie es um den »Body Mass Index« der ballestererfm-Redaktion bestellt ist und warum dicke Fußballer manchmal schlechter im Bett sind.


Wolfgang Pennwieser | 14.05.2008
Fußballer mit Baucherl sind quasi ubiquitär anzutreffen. In der 2. Klasse West sowieso, aber auch in der Bundesliga, der Champions League und bei Fußballweltmeisterschaften. Seit jeher gibt es immer noch den einen oder anderen Spieler, der sich von seinen Mannschaftskameraden durch ein frappant eng sitzendes Leiberl abhebt. Hat die Fitness der Spieler im Allgemeinen die letzten Jahre über zugenommen, so kommt es doch vor, dass Ausnahmekicker wie Adriano, Ailton oder Drechsel Wiggerl mit dem Handicap von überzähligen Kilos aufs Feld laufen. Begnadet kicken sie mitunter dennoch und beweisen damit, dass Fußball mehr ist als ein Laufsport. 

 

Fußball statt Ping Pong


Dicksein ist grundsätzlich eine Quälerei (vgl. den Song »Dicke« von Westernhagen Marius). Einerseits kommen korpulente Körper leichter ins Schwitzen, andererseits werden die Gefüllten oft von Freunden, Klassenkollegen, Reportern oder Mitspielern gehänselt. So soll etwa die brasilianische Nationalmannschaft bei der WM in Deutschland immer hämisch gejubelt haben, wenn sich Ronaldo am Salatbuffet bediente. 

Als Engelmaier Thomas in den späten 90er-Jahren das Tor bei Vorwärts Steyr statt des langzeitverletzten Walker Herwig hüten musste, konnte sich ein Fernsehreporter den Satz »Na, ganz austrainiert sieht der ja net aus« nicht verkneifen. Der Ersatzgoalie war offensichtlich kein Trainingsweltmeister, doch verfügte er über klasse Reflexe und so manch dürrer Stürmer verzweifelte an dem jetzigen Tormanntrainer. 

 

Fette Chefs 

 

Wenn von Übergewicht gesprochen wird, kommt meist der Begriff »Body Mass Index« (BMI, siehe Kasten) ins Spiel. Hierbei handelt es sich um einen groben Richtwert für die Bewertung des Körpergewichts, der jedoch Mängel aufweist. So eignet sich der BMI nur bedingt für die Bestimmung der Fitness besonders kleiner oder besonders großer Menschen und berücksichtigt nicht die individuelle Verteilung von Fett- und Muskelmasse. Sportler steigen bei der BMI-Messung meist relativ schlecht aus. Dies ist eine mögliche Erklärung für die signifikanten BMI-Schwankungen in den Kompetenzzentren des ballestererfm, der Chefredaktion und dem Layout. Eine groß angelegte, randomisierte Studie der Notfallambulanz konnte BMI-Werte von 18 kg/m² (Untergewicht) bis 27 kg/m² (Präadipositas) bei den sportlichen Kollegen der Führungsetage finden. Während die BMI-Werte der einfachen Redaktionsmitglieder durchwegs im Normbereich liegen. Insgesamt hat der ballestererfm schlanke Strukturen auch körperlich, was ein durchschnittlicher BMI von 23,5 kg/m² beweist. 

Vielleicht liegt es an der gesunden Ernährung oder am Dauerstress der Redakteure, dass die ballestererfm-Mannschaft kein Fett ansetzt. Gesund ist der geringe BMI-Wert in jedem Fall, denn Übergewicht kann vielerlei Probleme verursachen: Gelenksabnutzungen, Blutzuckererkrankung, Gefäßverkalkung, Herzpatschen und Bluthochdruck sind nur einige der möglichen Begleiterkrankungen. Ein Bluthochdruck kann dazu führen, dass man Blutdruck senkende Medikamente einnehmen muss. Diese können wiederum auf der Dopingliste stehen und schon ist man wieder in Oberösterreich. Dem Mayrleb Christian ist deshalb nur zu raten, ein paar Kilo abzunehmen. Seiner Hypertonie wirds jedenfalls nicht schaden und vielleicht kann er dann auf seine Pulver verzichten. Davon abgesehen ist es ein rechter Blödsinn, dem CoDiovan® Mayrlebs Blutdrucksenker eine leistungssteigernde Wirkung anzudichten. Im Gegenteil, nicht selten klagen Patienten nach der Einnahme der Arznei über Impotenz        


Referenzen:

Heft: 25
Rubrik: Serien
ballesterer # 82

Der nächste Ballesterer

Der nächste ballesterer fm erscheint am 12. Juli 2013.

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