Krampf durch Kampf
Jeder, der selber Fußball spielt, kennt ihn, den Schmerz, der meist gegen Ende einer Partie ins Wadl schießt, einen am Laufen hindert und zu Boden zwingt. Oft beim letzten Sprint oder nach dem letzten Verzweiflungsschuss auftretend. Zu einer Dauerkontraktion im Wadlmuskel (Musculus triceps surae) kommt es dann, und nur durch kräftiges Dehnen ist ihr beizukommen. Die erste Maßnahme bei einem Wadenkrampf ist das Ziehen des Fußes in Richtung Schienbein. Gerne hilft dabei der Mit- oder Gegenspieler (siehe Bild). Wadlmassagen werden ebenfalls als angenehm empfunden. Besteht die Möglichkeit zu wechseln, sollte in jedem Fall getauscht und ein ausgeruhter Spieler gebracht werden. Nach einem Wadenkrampf ist die volle Leistungsfähigkeit nämlich nicht mehr gegeben und die Gefahr einer neuerlichen Verkrampfung stark erhöht. Was in spielentscheidenden Situationen durchaus verhängnisvoll werden kann.
Als scheinbares Zeichen für außerordentliche Laufbereitschaft und Einsatzwillen wird ein Krampf gerne beurteilt. Er dient aber auch als Hinweis auf mangelndes Training, insuffiziente Ernährung, falschen Lebensstil oder Erkrankungen, die mit Wadenkrämpfen verbunden sein können.
Alkohol und Nikotin, unsere liebsten Tribünenfreunde, sind nämlich, in regelmäßiger Form konsumiert, krampffördernd. Das Raucherbein kann sich beispielsweise durch Wadenkrämpfe ankündigen, sowie eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Nervenleiden, Schilddrüsenerkrankungen und vieles mehr.
Magnesium, Bananenmilch und der Krampus
Wer soviel läuft, wie beispielsweise Mayrleb Christian (siehe Bild), der schwitzt. Beim Schwitzen gehen neben Flüssigkeit auch Elektrolyte verloren. Zu diesen zählt das zweiwertige Magnesium wenn es fehlt, dann krampfts.
Dass man gegen Krämpfe Magnesium nehmen soll, sagt uns inzwischen die Werbung. Was dazu führt, dass Magnesium in jeder erdenklichen Form angeboten und verwendet wird. Mit Brausen, Kautabletten, Dragees, Filmtabletten, Lutschtabletten, Granulaten und natürlich mit intravenösen Injektionen kann man sich mit Magnesium mästen. Diese Produkte können meist rezeptfrei bezogen werden. Die Sinnhaftigkeit dieser Substitutionsmaßnahmen für den Hausgebrauch ist allerdings anzuzweifeln.
Weiche Stühle und erhöhte Häuslfrequenz sind oft Resultat einer intensiven Magnesiumeigentherapie. Gescheiter ist da schon die viel zitierte ausgewogene Ernährung. Vollkornprodukte, Naturreis, Sojasachen, Trockenfrüchte und natürlich frisches Obst und Gemüse decken den Magnesiumhaushalt in der Regel ab. Die Notfallambulanz rät einen Tag vor einem Fußballspiel zum Trinken eines halben Liters Bananenmilch. Das ebenfalls zweiwertige Kalzium der Milch gepaart mit der magnesiumreichen Banane ist die beste Grundlage für 90 Minuten plus Verlängerung. In milchreichen Gegenden wie dem Innviertel hat man daher kaum Probleme mit dem als »Krampus-Syndrom« bezeichneten Wadlkrampf. Esterbauer Franz, kräftiger Masseur der Union Schwand, muss deshalb nur selten zur Magnesiumkapsel greifen.
Verkrampfte Fußballerin
Bei Fußballerinnen können Wadenkrämpfe natürlich auch auftreten. Neben den schon erwähnten Ursachen kann bei verkrampften weiblichen Wadeln auch ein anderer Grund dahinter stehen: Im Rahmen einer Schwangerschaft klagen nicht nur fußballspielende Frauen über vermehrte Waden- und Zehenkrämpfe.






erscheint am 12. Juli 2013.
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