Der streitbare Leistungsdiagnostiker Dr. Pansold Bernd meint gar: »Ach, lassen sie mich doch mit dieser Frage in Ruhe!« Nach den Vorstellungen der von ihm betreuten Salzburger Kicker zu urteilen, kann man davon ausgehen, dass sich der eine oder andere Bulle letzte Saison entweder zu viel oder zu wenig auf der Spielwiese vergnügte.
Sex ist gesund
Wie man auch immer dazu stehen mag, fest steht: Sex ist für den Menschen grundsätzlich gescheit. Ein durchschnittlicher Geschlechtsverkehr bringt so viel wie zwanzig Minuten spazieren gehen. Die Schlaganfall- und Herzinfarktrate sinkt besonders bei Männern , zudem werden im Schnitt zwischen 100 und 150 Kalorien verbraucht. Trotzdem halten manche Fußballtrainer ihre Spieler vor wichtigen Partien unter Verschluss. Die deutschen Bundestrainer Herberger Sepp, Schön Helmut und Vogts Berti schoben den Toren ihrer Mannschaftsquartiere nachts den Riegel vor. Spielerfrauen mussten draußen bleiben und die Kicker verbrachten die Nächte alleine in ihren Bettchen. Gewiefte Gesellen wie der Beckenbauer Franz und der Maier Sepp ließen sich allerdings nicht abhalten, dennoch ihre Mädels zu treffen. Heimlich schlichen sie sich aus dem Hotel, um ihren Holden ein paar Bussis zu geben und womöglich auch mit ihnen Kalorien zu verbrauchen. Allzu sehr geschadet dürfte dieses nächtliche Stelldichein dem »Kaiser« nicht haben, sonst wäre er ja kein Weltmeister.
Nach dem Spiel ist nicht immer vor dem Spiel
Auch dem österreichischen Fußball würde mehr sexuelle Aktivität nicht schaden, dachte sich Hickersberger Pepi. Anscheinend hatte er schon von der positiven Wirkung der Liebe auf den Sport gehört. Während der intensiven Trainingslager in Graz und Lindabrunn gestattete er Frauenbesuch am Nachmittag zu Kaffee und Kuchen.
In Stegersbach, im österreichischen Teamcamp zur Zeit der Europameisterschaft, wurde dann eine legerere Regelung getroffen: Nach den Spielen durften die Frauen jeweils für eine Nacht im Hotel schlafen. »Bei diesen Treffen werden sie sich wohl nicht nur auf Kaffee und Kuchen beschränkt haben«, spekuliert Klingelmüller Peter, Pressesprecher des ÖFB. Am nächsten Tag gegen 14 Uhr mussten sich die Spielerfrauen dann wieder von ihren Liebsten verabschieden.
Hickersberger hatte es mit dieser Regelung freilich gut gemeint, doch: Er hätte den Frauen auch in der Nacht vor dem Spiel den Zugang in die Schlafzimmer seiner Kicker gestatten müssen! Dem Ergebnis einer Studie zufolge kommt es nämlich bei Männern einen Tag nach dem Geschlechtsverkehr zu einem Anstieg des Geschlechtshormons Testosteron. Ein Hormon, das unter anderem die Aggressions- und Risikobereitschaft des Mannes steuert. Und ein bisserl mehr Aggression hätte dem Harnik Martin und dem Linz »nicht Goleador« Roli vor dem Tor sicher nicht geschadet. Sprich: Sex vor dem Spiel gibt dir am nächsten Tag
den entscheidenden Kick.
Eine Erfahrung die auch Rummenigge Karl-Heinz schon gemacht haben dürfte. So meinte dieser neulich in »Waldis EM-Studio« auf die Frage nach dem Fußballersex: »Also mir hat es nie geschadet, vielleicht nicht direkt am Spieltag.« Ähnliche Ergebnisse lieferte auch eine
Untersuchung, die am Rande des London Marathons durchgeführt wurde. Forscher der Universität Oxford fragten die Teilnehmer, ob sie am Vorabend Sex hatten. Tatsächlich waren sexuell aktive Läufer im Schnitt um fünf Minuten schneller als enthaltsame. Obgleich die heimischen Fußballer bei der Euro brav gelaufen sind, reichte es nicht fürs Viertelfinale. Möglicherweise wäre das Team mit der richtigen sexuellen Taktik aber weiter gekommen.






erscheint am 12. Juli 2013.
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