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Am 26. Jänner 2017 verstarb Michael Tönnies. Als Stürmer des MSV Duisburg schoss er seinen Verein 1991 in die erste deutsche Bundesliga. In Ausgabe 102 haben wir Jan Mohnhaupts Biografie zu Michael Tönnies rezensiert.

Moritz Ablinger | 26.01.2017

Am Ende ist es eine schöne Geschichte, die der Journalist Jan Mohnhaupt erzählt. Sie handelt vom Leben des Fußballers Michael Tönnies – vom Anfang bis zum abgewendeten Ende. Tönnies startet seine Profikarriere beim FC Schalke 04, durchsetzen kann sich der Stürmer dort allerdings nicht. Er wird seinem Ruf als großes Talent nie gerecht. Die größten Erfolge feiert Tönnies später beim MSV Duisburg, mit dem er 1991 Torschützenkönig der zweiten Bundesliga wird und im gleichen Jahr aufsteigt.

Mohnhaupt kann diese Szenen lebhaft beschreiben, weil er mit vielen, auch bekannten Wegbegleitern Tönnies’ gesprochen hat. Diese Lebhaftigkeit wird da beklemmend, wo es um das tragische Leben nach der aktiven Karriere des Fußballers geht. Eine Lungenkrankheit, vorangetrieben von einem ungesunden Lebensstil, bringt Tönnies fast um.

Jan Mohnhaupt zeigt auch die selbstzerstörerischen Seiten des Helden seiner eigenen Kindheit. Dessen Exzesse schildert er ebenso detailliert wie Tönnies’ aktive Karriere. Ehemalige MSV-Kollegen organisieren gemeinsam mit Fans des Vereins 2012 ein Benefizspiel für Tönnies. 2013 bekommt er eine neue Lunge. Heute geht es ihm gut. Seine Biografie hat ein eigenes Buch verdient. Es ist ein sehr gutes geworden. 

Jan Mohnhaupt

„Auf der Kippe.

Die zwei Leben des Michael Tönnies“

(Die Werkstatt 2015)

Referenzen:

Heft: 102
Rubrik: Rezensionen
ballesterer # 120

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