Glasnost in der Saison 1991/92

cache/images/article_1834_klausfoto1_140.jpg Die meisten sind zu jung oder haben es verdrängt. Ganz wenige vermögen sich 20 Jahre danach noch über diesen artfremden Meisterschaftsmodus aufzuregen. Nur ich denke manchmal mit nostalgischer Wehmut an die Zeit, als ich die österreichische Bundesliga bis in die tiefsten Tiefen der 2. Division hinunter spannend fand. Genauer gesagt: bis ans Ende des unteren Play-offs.
Klaus Federmair | 12.04.2012
Acht Jahre lang wurden 1. und 2. Division als Zwölferligen geführt, die nach Hin- und Rückrunde in drei Play-offs aufgespalten wurden. Während es bei den acht Mannschaften ganz oben um den Titel und die UEFA-Cup-Plätze ging, befanden sich die restlichen 16 im Frühjahr im permanenten Auf- oder Abstiegskampf. 1991/92 kämpften in der letzten Runde des unteren Play-offs noch vier von acht Teams um den Klassenerhalt.


Im mittleren Play-off war überhaupt alles möglich. Die letzten vier der 1. Division spielten gegen die ersten vier der 2. Division, Erstere gegen den Abstieg, Letztere um den Aufstieg. Es war ebenfalls 1991/92, als drei Mannschaften auf- und drei abstiegen. Das mittlere Play-off hinterließ lediglich Sturm und GAK ohne Divisionswechsel. Mödling, LASK und der Wiener Sport-Club stiegen auf, Vienna, DSV Alpine und Krems ab. In dieser Saison stieg ein Viertel der 24 Bundesligisten sportlich ab.


Es war die Zeit von Glasnost, zu Deutsch Öffnung. 20 Jahre später reden die Vereine lieber über Planungssicherheit und geschlossene Ligen. Mir gefällt Glasnost besser. Und nein, mein größter Held ist nicht Sergej Makarow und ich mag auch kein »Best of Seven«.

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Heft: 71
Rubrik: Kommentare, Thema
ballesterer # 82

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